Vor 150 Jahren führte Papst Pius X. die Frühkommunion ein: Gute Erfahrungen, trotz Anfangsschwierigkeiten

Von Herzen möchte ich mich für den Artikel über die Frühkommunion bedanken („Wider die Überreste des Jansenismus – Vor 150 Jahren führte Papst Pius X. die frühzeitige Erstkummunion ein“, DT vom 7. August). Nachdem eine Cousine meines Mannes auf Anraten eines Priesters der Petrusbruderschaft ihren Sohn bereits mit sechs Jahren zur Frühkommunion ließ, um ihm mit dieser Kraftquelle schon rund um den Schuleintritt beschenken zu lassen, sind auch wir so verfahren und sind aufgrund diverser Umstände zu unserer „Familientradition“ gelangt, dass unsere Kinder schon mit fünf Jahren zur Erstkommunion dürfen. (Geschenke gibt es dann „außer Jesus“ keine – gibt es ein größeres Geschenk?). So wird unser Ältester, wenn er mit seinen Klassenkameraden seine „Erstkommunion“ feiert, sein ungefähr 150. Jubiläum begehen.

Natürlich gab es etwas Anpassungsschwierigkeiten: Mein Sohn hat unserem Pfarrer bei der Mundkommunion aus Versehen in die Finger gebissen, bei der Erstbeichte meiner Tochter saß sie schüchtern auf meinem Schoß und meine Jüngste hat ihre Erstkommunion schon mit rund einem halben Jahr erhalten, weil die ältere Schwester heimlich die Kommunion aus dem Mund genommen, ein Stück abgebrochen und dem Baby in den Mund geschoben hat, aus schwesterlicher Sorge, auch sie solle doch den Heiland erhalten.

Wie wir unsere Kinder vorbereitet haben? Durch Alltagskatechese wie es wohl Jesus tat, der beispielsweise das Opfer der Witwe im Tempel als Anlass nahm, seine Jünger theologische Grundlagen zu lehren. Natürlich fällt unsere Familie beim Kirchgang deshalb ein wenig aus dem Rahmen und man wird schnell in die sektiererische Fundamentalisten-Ecke geschoben, aber wir haben mit der Frühkommunion unserer Kinder außerordentlich gute Erfahrungen gemacht.