Theologen sollen mehr Philosophie studieren: Die Folgen des Defizits sind bereits zu besichtigen: Schlechte Witze, die leider Realität sind

Der Beitrag „Wider die Fragmentierung der Theologie“ (DT vom 14. April) geht auf die Methoden theologischer Erkenntnis zu Zeiten der Kirchenväter ein, um im Lichte der frühesten christlichen Zeit Auswirkungen in der Gegenwart zu erkennen. Fragmentierung der Theologie zeigt sich aber insbesondere dann, wie bereits Thomas von Aquin in seinen „Summen“ dargelegt hat, wenn natürliches Denken und das theologische Denken (von der Offenbarung her gedacht) auseinanderklaffen.

Keine, eine nur spärliche oder eine einseitige Ausbildung angehender Priester in Philosophie führte doch dazu, dass auch von namhaften Theologen heute viele Glaubenswahrheiten der katholischen Kirche in Frage gestellt werden. Es ist daher zu begrüßen, dass die katholische Kirche bestrebt ist, künftig philosophisches Denken und die Forderung nach Widerspruchsfreiheit theologischen und philosophischen Denkens wieder mehr in den Vordergrund zu stellen.

Es ist bitter nötig, wieder mehr Wert auf die Philosophie in der Theologenausbildung zu legen. Nur genügt es nicht, mehr Philosophie im Studium zu fordern. Man muss schon genau hinschauen, was denn mit Philosophie gemeint ist. Sprachphilosophische Denkspiele etwa können die Klassiker nicht ersetzen. Eine Theologiestudium ohne Thomas und Augustinus ist ein Witz. Solche schlechten Witze gibt es aber leider.