Politiker und ihr Glaube: Gauck war Meister der Worthülsen

Zu „Glaube als Kompass“ (DT vom 14. Februar): Kaum hat ein Politiker oder Sänger das Wort „christlich“ in den Mund genommen, so wird er, auch von der „Tagespost“, als engagierter Christ gefeiert, unabhängig davon, ob er bevorzugt am Sonntag Sitzungen abhält oder wie seine familiäre Situation ist. So auch Herr Gauck. Unklar blieb mir bei Herrn Gauck, welchen Familienstand er nun hat? Ist er verheiratet, oder geschieden oder verheiratet und hat eine Nebenfrau, wie es im Alten Testament manchmal vorkommt?

War er so Vorbild – und als Präsident hatte er ja auch Vorbildfunktion – für die moderne patchwork family? Wie im Artikel „Glaube als Kompass“ deutlich wird, war er jedenfalls ein Meister der Worthülsen, der sich über alles äußerte, nur nicht über die traditionelle, grundgesetzlich geschützte Familie. Nichts vom Esprit eines Roman Herzog oder eines Horst Köhler! Warum die Linken bei der Verabschiedung von Gauck nicht klatschten, ist mir rätselhaft. Immerhin hat er doch in seiner früheren Behörde etliche ehemalige Stasi-Offiziere beschäftigt. Sind wir doch ehrlicher und applaudieren nicht gleich jedem, der einmal das Wort „christlich“ in den Mund nimmt. So schlecht ist es um die Kirche in Deutschland auch wieder nicht bestellt!