Petrus Faber, der „Lieblingsjesuit des Papstes“: Es braucht Zeugen, Worte allein genügen nicht

Aus Anlass der Seligsprechung des Jesuiten Petrus Faber verfasste sein Ordensbruder Rudolf Cornely im Jahre 1873 die Schrift „Leben des seligen Petrus Faber ersten Priesters der Gesellschaft Jesu“, VIII und 200 S., Freiburg im Breisgau, 1873.

Wer die Predigten unseres Papstes Franziskus in der täglichen Morgenmesse im Hause Sankt Marta verfolgt, dem ist aufgefallen, dass er diesen Jesuiten schon wiederholt als großes Vorbild für die Seelsorge unserer Zeit vorgestellt hat. – „Zur Aufnahme Peter Fabers in das Verzeichnis der Heiligen“ tituliert ihn Thomas Jansen in der DT (Nr. 153, 21. Dezember 2013, S. 4) als „Lieblingsjesuit des Papstes“.

Zur damals aktuellen Lage der katholischen Kirche in Deutschland führte Cornely aus: „Als erstes in Deutschland thätiges Mitglied der Gesellschaft und als Lehrer des seligen Canisius hat er den deutschen Jesuiten den Weg vorgezeichnet, auf dem sie ihre Wirksamkeit entfalten sollten… Der Selige kam in unser Vaterland zu einer Zeit, welche für den Bestand der deutschen Kirche äußerst gefahrvoll war. Der Abfall vom wahren Glauben hatte riesengroße Fortschritte gemacht… Da stellte er sich mit der größten Selbstaufopferung in die Bresche, und nicht durch geräuschvolle Disputationen und Daclamationen, sondern indem er durch sein Beispiel, durch sein eifriges, aber ruhiges Wirken, besonders durch die Exercitien den Klerus wieder auf seine hohe Bestimmung hinwies, bereitete er jenen Umschwung vor, welcher der katholischen Kirche die schwankenden Glieder erhielt und viele der Verlorenen wiedergewann. Schon seine Zeitgenossen waren daher geneigt, seinem Verdienste die Erhaltung der katholischen Kirche in Deutschland beizumessen. Unsere heutige Zeit nun hat manche Aehnlichkeit mit der ersten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts, in welche das Leben P. Fabers fällt…“ (Vorrede S. IVf). – Soweit das Zitat aus der Schrift von 1873.

Zum 450. Geburtstag schrieb Andreas Falkner SJ in der DT (Nr. 89, 25.07.1996) den Artikel „Fremde ernst nehmen und ihnen in Wahrheit alle Liebe entgegenbringen“. – Wenige Tage später gedachte die Neue Bildpost (4. August 1996) seines 400. Todestages und zitierte den jetzt neuen Heiligen aus seinem Brief an den Karthäuser Gerhard Kalckbrenner, Köln: „Für Deutschland ist es von größter Bedeutung, es zur Kenntnis zu bringen, dass die Kirche in geistlicher Hinsicht nicht am Ende ist. Allerdings - … überzeugende Taten, lebendige Zeugnisse braucht es; Worte allein genügen nicht!“

Papst Franziskus muss die Bedeutung dieses großen Jesuiten für die aktuelle Stunde der katholischen Kirche mitbedacht und erkannt haben. Danke, Heiliger Vater. Heiliger Petrus Faber, bitte für die katholische Kirche in Deutschland.