Papstbesuch in Burma und Bangladesch: Ich hoffe, der Papst erinnert sich daran

Zu „Papst Franziskus reist nach Myanmar und Bagladesch“ (DT vom 29. August): Die Christen in Myanmar (5,6% nach letzten Schätzungen, 4,37 Millionen), Kardinal Charles Bo SDB, die Bischöfe und unsere Partner, die Salesianer Don Boscos, werden sich sehr über den Besuch von Papst Franziskus freuen, wie auch die 0,3% Christen in sechs Bistümern in Bangladesch. Doch von den verfolgten Christen ist nie die Rede! Schon mindestens dreimal erwähnte der Papst die verfolgten Rohingyas (etwa 1 Mill. in der Provinz Rakhine), die 3,2% (1,4 Millionen) der Gesamtbevölkerung Myanmars ausmachen und zu den 3,6% Moslems im Lande gehören; mit keinem Wort erwähnte er die verfolgten Christen oder sprach von weiteren verfolgten ethnischen Minderheiten. Ich teile die Meinung von B. Adams von Human Right Watsch, dass die Verfolgung, der die Rohingyas in Myanmar ausgesetzt sind, scheußlich ist, aber ich kenne ebenso schreckliche Geschichten, die man auch nachlesen kann (Kirche in Not: Christen in großer Bedrängnis, Handbuch Myanmar, KAAD, Südostasien-Informationsdienst usw.) von und über verfolgte Christen in Myanmar (religiös motivierter Nationalismus und islamische Unterdrückung – open-doors). Vieles wurden mir von den Betroffenen selbst erzählt und es raubt mir oft den Schlaf.

Myanmar ist ein Land mit 135 verschiedenen Ethnien. Die Hälfte der 8,5% Karen sind Christen, die Kachin (1,4%) sind überwiegend Christen, drei Millionen von ihnen leben inzwischen jenseits der Landesgrenzen in Indien und China (Bürgerkrieg!) und unter den 2,5% Chins sind ebenfalls eine größere Zahl Christen.

In dem Artikel der Tagespost ist von einer selbst ernannten islamistischen Befreiungsbewegung die Rede, die Wachposten und eine kleine Garnison der Sicherheitskräfte attackiert hat. In Europa nennt man das Terror-Anschlag. Viele christlichen Dörfer im Kachin und im Karen-State wurden bei Nacht und vollkommen grundlos niedergebrannt; wer nicht schnell genug in den Dschungel fliehen konnte, wurde erschossen. Was man mit den Frauen machte, möchte ich hier gar nicht erzählen. Wer gute Nerven hat, schaue sich Rambo IV an. Als ich einen Christen der Karen fragte, ob das wirklich so gewesen sei, meinte er: Schlimmer!

Myanmar ist meine zweite Heimat und ich liebe die Menschen dort, ob sie Buddhisten, Hindus, Moslems oder Christen sind. Noch 2013 meinte (damals) Erzbischof Bo, dass die Reformprozesse nach 2011 zwar sichtbar seien, der Präsident das Militär aber nicht unter Kontrolle hätte. „Wasser auffangen, solange es regnet. Spinnen, solange der Mond scheint“, sagt ein burmesisches Sprichwort. Das Eisen schmieden, solange es heiß ist, sagt man bei uns. Doch ich habe schon lange das Gefühl, das Eisen ist inzwischen wieder erkaltet! Kennt Papst Franziskus die Schicksale meiner aus Myanmar entführten christlichen Mädchen, größtenteils nach China? „Eine Art moderne Sklaverei“, nannte er den Menschenhandel am 30.07.2017. „Das ist übel, das ist grausam, das ist kriminell!“ Ich hoffe, er erinnert sich daran, Ende November.