Pädophile Priester: Widersprüchlichkeit der kirchlichen Stellen

In der Leserzuschrift „Reue ist Voraussetzung für Vergebung“ (DT vom 10. April) vergleicht Frau Marias Löffler pädophile Priester, die in der Beichte bereuen, mit dem Fall einer Kindergärtnerin, die sich von ihrem Mann getrennt hat, um mit einem anderen Mann zusammenzuleben. Die Fälle sind tatsächlich verschieden, weil es sich bei der Kindergärtnerin um einen andauernden Verstoß gegen das Ehesakrament handelt, während pädophile Priester sich gegenüber Jugendlichen vergangen haben.

Was aber auch gesehen werden muss, ist die verblüffende Widersprüchlichkeit kirchlicher Stellen in beiden Fällen! Die einen Diözesen entlassen solche Mitarbeiter, die permanent gegen das Ehesakrament verstoßen, aus ihren kirchlichen Einrichtungen, die anderen nicht, so dass heute bereits Gerichte wegen dieses zwiespältigen Verhaltens diese Entlassungen nicht mehr akzeptieren. Bei den pädophilen Priestern ist es aber in Bezug auf die Widersprüchlichkeit ähnlich, da die Kirche in einigen Regionen solche Priester aus dem kirchlichen Dienst entfernt und in anderen Regionen nicht, wobei zu der Gefahr, dass solche Priester, auch wenn sie nicht in der Jugendarbeit eingesetzt werden, rückfällig werden, nichts gesagt wird! Solches zwiespältige Verhalten schadet der Kirche aber gewaltig.