Neuer Atheismus: Zum Streitgespräch zwischen Professor Splett und Schmidt-Salomon: Überzeugungskraft des Guten: Gezielte Polemik statt Argumente: Darüber muss gestritten werden

Was für ein ungleiches Gespräch! Meine Hochachtung vor Professor Splett, dass er sich überhaupt dazu bereit erklärt hat, sich auf ein Gespräch mit diesem sogenannten „Chef-Atheisten“ einzulassen. Das nenne ich gelebte Demut. Warum einige Leser der Meinung sind, der Abdruck dieses Gespräches wäre schon ein Zuviel an medialer Aufmerksamkeit für Herrn Schmidt-Salomon, kann ich nicht nachvollziehen. Da halte ich es eher mit Paulus: „Prüfet alles und behaltet das Gute!“ Und jeder, der dieses Streitgespräch mit wachem Verstand und brennendem Herzen liest, wird klar erkennen: die Überzeugungskraft des Guten ist nicht auf der Seite von Herrn Schmidt-Salomon.

Fast ist man als Christ schon geneigt, die überzeugten Atheisten zu bewundern: Was müssen sie nicht alles glauben, um nicht glauben zu müssen! „Zufall und Notwendigkeit“ als einziges Credo. Und doch überwiegt das Mitleid mit diesen Geschöpfen, die ihren Schöpfer nicht (er)kennen wollen: Welch armseliges Weltbild, welch grobkörnige, sepiabraune Daguerreotypie der Wirklichkeit müssen sie ertragen, ohne Hoffnung auf die rosenduftenden Tauperlen eines immerwährenden Frühlingsmorgens.

Zu bedauern ist auch die Giordano-Bruno-Gesellschaft, die mit ihrem „Scheuklappenmodell“ der Welterklärung die Alleinvertretungsrechte der deutschen Konfessionslosen für sich beansprucht: Mit einem auf solch unterirdischem Niveau argumentierenden Sprecher kann man vielleicht kurzfristig Einschaltquoten in Talkshows, nicht aber auf Dauer die Herzen der suchenden Menschen erreichen.

Ich finde das Streitgespräch zwischen Professor Splett und Herrn Schmidt-Salomon sehr gut und kann die „Tagespost“ nur dazu beglückwünschen, einen solchen Disput ermöglicht und veröffentlicht zu haben. Dieses Gespräch verrät mehr als viele lange Abhandlungen über den neuen Atheismus. Es zeigt seine argumentative Dürftigkeit, aber auch seine Fähigkeit, durch gezielte Polemik Aufmerksamkeit zu binden. Als Christen müssen wir uns damit auseinandersetzen. Gut, dass die „Tagespost“ dies tut.

Natürlich kann ich verstehen, dass das Doppelinterview zum neuen Atheismus (DT vom 24. Dezember) manche verstört hat. Es ist schon starker Tobak, was Schmidt-Salomon da ablässt. Doch wir kommen nicht darum herum, uns damit auseinanderzusetzen. Leute wie Schmidt-Salomon sitzen in den TV-Talkshows und verbreiten ihren Nonsens übers Land. Angesichts weit verbreiteter medialer Niveaulosigkeit wird man nicht damit rechnen können, dass dort klug widersprochen wird und die Dinge zurechtgerückt werden. Professor Splett hat das getan. Klar und präzise. Hut ab!