Memorandum der Theologen: Alternative Wege zum Priesteramt überdenken

Der von den Professoren immer wieder behauptete Zusammenhang zwischen Zölibat und Priestermangel wird auch durch ständiges Wiederholen nicht richtiger. Wer die Sonntagsgottesdienste regelmäßig besucht und sieht, dass kaum noch Familien mit ihren Kinder anwesend sind, muss sich schon fragen, woher der Wunsch nach dem Priesterberuf kommen soll. Wenn viele Kinder auch aus katholischen Familien kaum noch Kontakt zur Kirche haben, weshalb soll dann der Wegfall des Zölibats zu mehr Priestern führen? Wer den dringenden Wunsch hat, als Verheirateter sich in der Kirche zu engagieren, wer hindert ihn daran, ständiger Diakon zu werden? Dass der „Ansturm“ auf dieses Amt sich in Grenzen hält, spricht auch gegen die Behauptung der Professoren. Es gibt meines Erachtens aber einen Gesichtspunkt, der bisher noch überhaupt nicht angesprochen wurde: Wo steht geschrieben, dass man nur Priester werden kann mit Abitur und nach einem mehrjährigen abgeschlossenen Theologie- und Philosophiestudium? Ist dies für einen einfachen Seelsorger wirklich biblisch begründete Notwendigkeit? Wenn man liest und hört, was die Theologieprofessoren so alles von sich geben, glaube ich, dass gerade durch das Studium bei solchen Professoren mancher eher davon abgehalten wird, Priester zu werden. Vielleicht sollte man sich über die Ausbildung zum einfachen Gemeindepfarrer in dieser Hinsicht Gedanken machen.

Übrigens, wenn dieser Brief der Theologieprofessoren mit den übrigen unmöglichen Forderungen von der Organisation „Wir sind Kirche“ (alle anderen etwa nicht?) in höchsten Tönen gelobt wird, muss einem dies schon zu denken geben.