Mein junger Glaube im Alltag: Lichtblitz bewirkt Verkehrsunfall: Die Kunst der kleinen Schritte: Eine ganze Schneefamilie

Auf einmal Firmpate

„Mein junger Glaube im Alltag“ – darüber schreiben jeden Samstag junge Frauen und Männer aus dem Team der „Jungen Federn“ der „Tagespost“. Sie notieren, was sie persönlich gerade mit ihrem Glauben erleben.

Damaskus (rg) Ein rätselhafter Verkehrsunfall ereignete sich kürzlich auf der Straße zwischen Jerusalem und Damaskus. Aus bisher ungeklärter Ursache kam ein Fahrzeug des Typs „Pferd“ gegen 14.00 Uhr Ortszeit von der Fahrbahn ab und schleuderte dabei den Insassen zu Boden. Fahrzeugführer war ein gewisser Saulus, der sich in der Vergangenheit bereits mehrere Male als vehementer Christenverfolger im Auftrag Seiner Pharisäertät hervorgetan hatte, indem er beispielsweise bei der Liquidierung des Diakons Stephanus als Garderoben-Aufpasser eine tragende Rolle innehatte.

Wie der Pressesprecher der Pharisäer-Behörde von Jerusalem mitteilte, hatte man der Bitte Saulus' stattgegeben, AnhängerInnen der neuen Christenbewegung von Damaskus nach Jerusalem zu führen, um sie dort weiter zu verhören. Auf dieser Dienstreise kam es zu erwähntem Zwischenfall, bei dem Saulus einige Blessuren am Rücken sowie am Hinterteil erlitt und nach Angaben des Arztes Lukas vorübergehend auch das Augenlicht verlor.

Diese Tatsache wiederum passt zur Behauptung des Opfers, welches ein „plötzliches Licht vom Himmel“ dafür verantwortlich macht, dass es die Kontrolle über das Fahrzeug verlor. Obwohl die Polizei nun in Richtung „Trunkenheit am Steuer“ ermittelt, schließt sie Fremdverschulden nicht aus. Man werde jeder Spur nachgehen, sagte der Leitende Kommissar, der die Bevölkerung um sachdienliche Hinweise bittet, die zur Ergreifung jener Person führen, die den übernatürlichen Lichtblitz mit „Saul, Saul, warum verfolgst du mich“ kommentiert haben soll.

Rätselhaft bleibt auch die Rolle des Christen Hananias aus Damaskus. Dieser hatte nach eigenen Angaben eine Erscheinung, die ihm auftrug, dem Christenverfolger Saulus die Hände aufzulegen und ihn so von seiner Blindheit zu heilen. „Ich habe von vielen gehört, wie viel Böses dieser Mann den Heiligen in Jerusalem angetan hat“, sagt Hananias. Doch „der Herr“, wie er seine Vision bezeichnete, soll ihm geantwortet haben: „Geh nur! Denn dieser Mann ist mein auserwähltes Werkzeug: Er soll meinen Namen vor Völker und Könige und die Söhne Israels tragen. Ich werde ihm auch zeigen, wie viel er für meinen Namen leiden muss.“

Daraufhin verfuhr Hananias wie ihm aufgetragen wurde – mit Erfolg. Nach Aussagen des Arztes Lukas, der diese Begebenheit in seinem Buch „Die Apostelgeschichte“ festhält, fiel es Saulus „wie Schuppen von den Augen“, er konnte wieder sehen und ließ sich taufen.

Das war der dramatische Wendepunkt im Leben des Christenverfolgers Saulus. Wie es mit ihm nach diesem Paradigmenwechsel weitergeht, ist noch unklar. Der Neubekehrte kündigte jedoch an, sich den Aposteln vorstellen zu wollen und einige Briefe zu schreiben. Außerdem plane er verschiedene Missionsreisen, unter anderem nach Antiochien, Zypern und Malta.

Der Autor, 20, wohnt in Köln und ist Volontär bei EWTN

Der Anfang eines neuen Jahres ist immer auch eine Zeit der guten Vorsätze. Vermutlich pflegen die meisten Menschen die Praxis, sich am Ende eines Jahres gute Vorsätze für das neue Jahr zu fassen. Dabei kann es um ganz „lapidare“ Dinge gehen, wie etwa weniger zu naschen, das Rauchen aufzuhören oder sich in Bezug auf sonstige Genuss- und Konsumgüter ein wenig mehr einzuschränken.

Aber auch ernstere Belange können ins Auge gefasst werden: Auf einen Mitmenschen, zu dem man durch eine Auseinandersetzung den „guten Draht“ verloren hat, wieder zuzugehen, sparsamer mit den natürlichen Ressourcen umzugehen oder auch im Bereich der Schule und Ausbildung vielleicht ein wenig fleißiger zu sein als im letzten Jahr.

„Der Mensch

ist ein Wesen

mit Ecken und

Kanten“

Doch ist auch die Frage danach, wie es im letzten Jahr mit meiner persönlichen Beziehung zu Gott stand, nicht von der Hand zu weisen: Vielleicht haben wir auch zu ihm teilweise den „guten Draht“ verloren oder der religiösen Praxis nicht ausreichend Raum in unserem Leben eingeräumt und nehmen uns deshalb vor, dies im neuen Jahr wieder besser zu machen.

Doch wie es leider häufig so ist, werden diese Vorsätze in der ersten Zeit immer mit aller Akribie verfolgt, im weiteren Verlauf des Jahres werden sie jedoch dann gerne wieder nach und nach aus den Augen verloren. Zu groß scheint die Kluft zwischen zwei voneinander verärgerten Menschen, zu verlockend die Dinge, bei denen wir uns im neuen Jahr eigentlich einschränken wollten, zu bequem die Vorstellung, am Sonntag lieber im warmen Bett liegen zu bleiben statt zum Gottesdienst zu gehen.

Häufig resultiert aus der Feststellung, dass man an seinen guten Vorsätzen doch nicht so festgehalten hat, wie man sich das eigentlich vorgenommen hätte, Verärgerung oder Enttäuschung über sich selbst. Doch es ist wichtig, an diesem Punkt nicht einfach stehen zu bleiben, sondern es immer wieder von Neuem zu versuchen. Der Mensch ist ein Wesen mit Ecken und Kanten – er ist unvollkommen. Der deutsche Philosoph und Soziologe Arnold Gehlen (1904–1976) ging sogar soweit, den Menschen als ein „Mängelwesen“ zu bezeichnen. Nach jedem Fallen nicht liegen zu bleiben, es immer wieder neu anzupacken und seine guten Vorsätze auch in die Hände Gottes zu legen – das ist es, worauf es ankommt. Gott kann auch auf krummen Zeilen gerade schreiben, denn er weiß um unsere Schwächen und Fehler. Er verlangt von uns auch keine großen Schritte, sondern einfach immer wieder von neuem den ehrlichen Versuch, es im Kleinen besser zu machen.

Sehr schön hat dies auch der französische Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry (1900–1944) zum Ausdruck gebracht, der in einem bekannt gewordenen Gebet schrieb: „Schenk' mir die nüchterne Erkenntnis, dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, durch die wir wachsen und reifen. […] Gib mir nicht, was ich mir wünsche, sondern das, was ich brauche. Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.“

Der Autor, 25, studiert Katholische Theologie in Regensburg

Ich war zum Jahreswechsel mit der Familie im Allgäu und wir haben in den Höhen von Scheidegg tatsächlich Schnee gefunden, wenn auch nicht im Überfluss. Josefine, Matthäus und Cyprian hatten ihre helle Freude beim Schlittenfahren, wenngleich es nicht ohne Beulen abging. Nach einigen Fahrten war die Kraft dahin, den Berg hinaufzusteigen, und der Schnee lud zum Schneemannbauen ein.

Kugeln wurden geformt und von mir aufgesetzt, währenddessen die Umgebung von den Kindern nach Stöcken, Steinen und Gras abgesucht wurde. Heraus kam schließlich ein lebensgroßer Schneemann mit einem hölzernen Irokesenschnitt mit grasgrüner Unterfrisur, der in seinem durch Steine angedeuteten Mantel und den hölzernen Armen fröhlich den vorbeilaufenden Menschen zulächelte.

Ich dachte nun, ich hätte alle Wünsche meiner Kinder nach über einer Stunde zur vollsten Zufriedenheit erfüllt.

Dem war nicht so: Josefine und Matthäus waren der festen Überzeugung, dass zu dem Mann auch eine Frau gehöre. Das sehe sonst nicht gut aus, so unvollständig und fehlerhaft. Ich bräuchte jetzt gar nicht so herumjammern, schließlich würden sie mir ja auch helfen. Also ging es los. Unter vereinten Kräften mühten wir uns neue Kugeln rollen, die ich ächzend und mit letzter Kraft aufsetzte.

Schließlich verschwand Matthäus wieder im Wäldchen auf der Suche nach Holz und Josefine sammelte Steine. Die Schneefrau bekam lange dünne Haare aus abgeknickten Zweigen und eine schicke Halskette aus Steinen. Passanten kamen vorbei, posierten neben dem lebensgroßen Schneepärchen und machten Fotos zur Erinnerung.

Diese Ehre und die damit verbundenen Würdigungen ließen die Kinder nach nunmehr zwei Stunden noch nicht müde werden. Es fehlte immer noch etwas: ein Kind. Ohne meine Hilfe stellten die Kinder es zwischen die beiden Erwachsenen aus Schnee. Der dreijährige Cyprian war überglücklich. „Juhu, das bin ich“, rief er und freute sich über beide Ohren über die kleine zwischen den beiden großen Schneefiguren.

„Erst als das

Paar fertig war,

kam das Kind

und sie freuten sich“

Ich bin von diesem Erlebnis noch immer zweifach bewegt. Erstens überraschte mich, wie selbstverständlich für die Kinder Mann und Frau zusammengehörten und mit welcher Überzeugung sie zur Vollständigkeit drängten. Erst als das Paar fertig war, kam das Kind und sie freuten sich riesig darüber. Diese Klarheit und Freude fehlt mir, wenn ich manche Umstände in unserer Gesellschaft und in der medialen Berichterstattung betrachte. Dabei scheint sie Kindern, meinem Erlebnis nach, tief im Herzen grundgelegt zu sein.

Zweitens geht mir in dieser nachweihnachtlichen Zeit der Jubel von Cyprian nicht aus dem Kopf, wenn ich in die Krippe schau: „Juhu, das bin ich“ – welch ein Geschenk der Erlösung, das uns jedem persönlich in Jesus Christus im Stall von Bethlehem zuteil wurde. Möge es uns im Alltag stärken und mit Freude erfüllen.

Der Autor, 30, Schülerseelsorger im Bistum Fulda, verheiratet, drei Kinder