Maria als der Hort des Glaubens: Zur Bewegung in marianischen Lebensaufbrüchen und Gemeinschaften: „Siehe, deine Mutter“

Herzliches Vergelt's Gott für die Ausführungen von Frau Beerhalter in der „Tagespost“ vom 1. September. Endlich jemand, der in der äußerst kritischen und gefährlichen, ja scheinbar ausweglosen Situation von Kirche und Welt auf das Testament Jesu verweist: „Siehe, deine Mutter!“ Ist das nicht auch Weisung für unsere Zeit? Warum schweigt man in der „offiziellen“ Kirche Deutschlands Maria weitgehend tot, obwohl doch gerade das letzte Konzil so vielfach auf sie und an sie verweist? Ist sie nicht der Hort des Glaubens, die Zuflucht der Sünder, die Helferin der Christen, die Mutter der Priester, die Königin der Familie, das Urbild und die Erzieherin gerade der geistlichen Berufe?

Schämen wir uns vielleicht dieser Mutter, die Jesus für sich erwählt und uns allen zur Mutter und damit auch zur Erzieherin gegeben hat? Ist es nicht die Mutter, die normalerweise Heimat schafft in einer Familie, ihr Geborgenheit schenkt und sie zusammenhält? Wer Maria kennt und liebt, und in ihr die Kirche sieht und umgekehrt, wird kaum Gründe finden, aus der Kirche „auszutreten“. Er verbindet mit der Liebe und Treue zu Maria immer auch die Liebe und Treue zur Kirche. Warum setzen wir da nicht an in der Pastoral? Schaffen wir durch erleuchtete und intensive Marienverehrung ein neues Heimatgefühl in der Kirche. Machen wir uns nicht schwer schuldig, wenn wir dieses Vermächtnis Jesu so leicht nehmen, ja ignorieren? Was muss denn noch alles kommen und passieren, bis wir in diesem Sinn „die Zeichen der Zeit“ erkennen, deuten und entsprechend reagieren?

Gottseidank gibt es Hoffnungszeichen und -orte, viele marianische Gebetsstätten und marianische Lebensaufbrüche und Gemeinschaften. Gehen wir doch dorthin und machen wir dort mit, wo man uns Maria, die Gottesmutter, nicht vorenthält, sondern die Liebe zur Gottesmutter und damit zur Kirche weckt und pflegt und sie erzieherisch und apostolisch fruchtbar macht. Der Diener Gottes, Pater Josef Kentenich, sagte schon vor langer Zeit sinngemäß, eine entscheidende Ursache für all die physischen und moralischen Katastrophen in Kirche und Welt sei die Tatsache, dass man Maria nicht die Ehre gibt, die ihr nach Gottes Willen gebührt. Dem ist nichts hinzuzufügen als der Wunsch, das Gebet und die Hoffnung, dass eine neue Hinwendung zu Maria uns und alle Menschen das Geschenk erfahren lässt, Maria neu als „Ursache unserer Freude“ zu erleben.