Lutheraner und Sakramente (DT vom 4. März): Es geht um das Messopfer

Wenn Guido Horst meint, dass eine Kommuniongemeinschaft mit manchen Lutheranern aufgrund ihres Glaubens an die Realpräsenz mit knieendem Kommunionempfang möglich wäre, sollte er bedenken, dass nicht nur die Gegenwart von Leib und Blut Christi mit dem Gedächtnis des Kreuzesopfers die heilige Messe ausmacht, sondern vor allem die immer neue Darbringung des geopferten Leibes und des vergossenen Blutes durch die Kirche. Während Luther eine bloße Gedächtnisfeier des Opfers Christi am Kreuz akzeptieren kann, ist ihm die Vorstellung, dass die Kirche dieses Opfer immer neu darbringt, ein papistischer Gräuel, schlimmer als Mord und Ehebruch; und nach dem Heidelberger Katechismus der Reformierten gilt: „Und ist also die Mess im Grund nichts anderes denn eine Verleugnung des einigen Opfers und Leidens Jesu Christi und eine vermaledeite Abgötterei“ (Frage 80). Hier ist der Graben, über den die Protestanten nicht springen können, ohne katholisch zu werden, und die Katholiken nicht, ohne protestantisch zu werden (vgl. Konzil von Trient, 22. Sitzung, Kanon 3). Der Empfang der heiligen Kommunion über diesen Graben hinweg wäre eine Lüge.