Lebensschutz und Abtreibungsgesetzgebung: Kommen Sie zum Marsch für das Leben

Lange habe ich gezögert auf den Leserbrief von Frau Christiane Müller (DT vom 17. August) zu antworten. Doch dieser Brief kann nicht unbeantwortet bleiben, denn dies würde bedeuten, die schmerzenden Äußerungen von Frau Müller zu tolerieren.

Ich frage Sie, Frau Müller: Woher wissen Sie, was rechts und links ist und warum rechts schlecht und links gut ist? Ich bin zutiefst von Ihnen enttäuscht, dass Sie sich selbst untreu geworden sind. Auf der Homepage des evangelisch-lutherischen Dekanats Schweinfurt ist zu Ihrem Weggang als Pfarrerin zu lesen: „In ihrer autobiographisch gefärbten Predigt (über Römer 14,7–9) kritisierte die Pfarrerin das vorschnelle Urteilen über andere Menschen. Freilich sei niemand – auch sie selbst nicht – von vorschnellem Richten und Verurteilen ganz frei... Nur Gott stehe ein letztgültiges Urteil zu... “

Gilt für Sie als nunmehr freie Theologin das letztgültige Urteil Gottes noch? Ich zweifle, denn Sie stellen das Gebot: „Du sollst nicht töten“ zur Disposition. Man kann aber nicht zwei Göttern dienen: dem Wort Gottes und dem Mainstream einer alles relativierenden Gesellschaft. Dieser Relativismus „... ob das ungeborene Leben nicht irgendwie auch seine Berechtigung hat neben Werten wie Entscheidungsfreiheit der Frau, deren Karriere et cetera“ ist tödlich – er kostet jedes Jahr mehr als 100 000 ungeborene Kinder das Leben – es wird einfach über sie verfügt. Ich bin auch zutiefst von Ihnen enttäuscht, wie Sie über die Teilnehmer am Marsch für das Leben reden. Haben Sie Römer 14,7–9 und Römer 14,10–13 schon vergessen? Gerne würde ich mit Ihnen beim Marsch für das Leben diskutieren, denn ich bin einer der Teilnehmer, denen von Ihnen krude Ansichten attestiert werden. Und dann erklären Sie mir, wie Sie dazu kommen, den Teilnehmern, also auch mir, Homophobie und Evangelikalismus ohne Interesse am Lebensschutz zu unterstellen.

Helfen Sie sich selbst, der Gefahr des vorschnellen Urteilens nicht zu erliegen: Kommen Sie am 16. 9. 2017 zum Marsch für das Leben. Lernen Sie die Menschen dort kennen. Dann werden Sie als Christin ohne Wenn und Aber für das menschliche Leben eintreten. Also dann, bis zum 16. 9. 17 um 13.30 Uhr in Berlin – ich erwarte Sie.