Krabbelgottesdienste und die Frage, ab wann ein Kind in den Gottesdienst mitgenommen werden soll: Besucher an quengelnde Kinder gewöhnen

Eine kurze Anmerkung zu „Kirche für die Allerjüngsten“ von Josefine Janert (DT vom 18. Oktober): Wir sind eine junge Familie mit einem aufgeweckten 15 Monate alten Kind. Da wir gerne jeden Sonntag gemeinsam in den Gottesdienst gehen, haben wir es gewagt, unser Kind ab dem Alter von nur wenigen Wochen mit in den Gottesdienst zu nehmen. Es war zugegebenermaßen nicht immer leicht, aber wir konnten feststellen, dass unser Sohn sich immer mehr an die Atmosphäre gewöhnt und spürt, dass das etwas Besonderes ist.

Wir finden es sehr schade, dass so wenige Familien ihre Kinder zur Eucharistiefeier bringen – so sind die Kirchenbesucher nicht mehr daran gewöhnt, dass da mal ein Kind quengelt oder etwas unruhiger ist. Gott sei Dank durften wir bisher meist nur positive Resonanz von Seiten der Gläubigen und Pfarrer bekommen. Das Wort Jesu „Lasst die Kinder zu mir kommen“ sollte nicht überhört werden – und wo ist uns Jesus näher als in der Eucharistiefeier?

Sollten es einmal auch nur fünf Minuten sein, bis einer von uns mit dem Kleinen heimgehen muss, sind es sicherlich kostbare fünf Minuten gewesen – nämlich die Zeit, in der wir unser Kind zu Gott bringen, es Gott übergeben und Kraft für unsere ganze Familie „tanken“ können.

Vielleicht wäre es ja auch eine Möglichkeit, wenn sich ein Kind sehr schwer tut, ab und zu einen Werktagsgottesdienst zu besuchen, bis es sich daran gewöhnt hat, oder tagsüber mal einen Besuch in der Kirche zu machen, ein Gebet zu sprechen, eine Kerze anzuzünden...

Die Gefahr bei Krabbelgottesdiensten sehen wir darin, dass viele Gemeinden dazu neigen, das „Krabbelalter“ bis 8 oder 9 Jahre zu erhöhen. Teilweise sieht man sogar Erstkommunionkinder darunter, weil zum Beispiel das Geschwisterkind daran teilnimmt. Sollte es nicht umgekehrt sein: die älteren Geschwister sollten Vorbild für die Jüngeren sein, damit diese lernen, wie man sich im Gottesdienst verhalten muss. Es sei dazu bemerkt, dass Kinder ab 7 Jahren Sonntagspflicht haben. Mit unserem Beitrag möchten wir junge Familien dazu ermutigen, ihre Kinder mit in den Gottesdienst zu bringen und die Kinder am Glaubensleben teilhaben zu lassen.