Korrektur und Ergänzung: Hermann der Lahme, Patron der Behinderten

Der Artikel „Im Zeichen des Kreuzes“ (DT vom 30. August) bedarf einer Korrektur und Ergänzung. Hermann der Lahme entstammt dem schwäbischen Grafengeschlecht von Altshausen-Veringen (nicht: Altershausen). Die Bezeichnung „Hermann der Lahme“ wird nicht nur zurückgeführt auf eine „angeborene Fuß- und Beinkrankheit“. Es handelt sich bei ihm vielmehr um eine Behinderung des ganzen Körpers, ähnlich einer Lähmung. Sein Schüler Berthold schildert seine Behinderung derart, dass er sich ohne fremde Hilfe nicht von der Stelle bewegen konnte und auch zunehmend Probleme beim Sprechen hatte. Schreiben war ihm gänzlich unmöglich. Trotz dieser Schwerstbehinderung gilt er als bedeutsamster Wissenschaftler des 11. Jhdts. und als Universalgenie – wie eben auch als ein Beispiel für ein heiligmäßiges Leben.

Seine Heimatgemeinde Altshausen ehrt ihn mit einer interessanten und viel beachteten Dauerausstellung und weiteren Erinnerungsstücken, etwa von den Feierlichkeiten anlässlich seines 1 000. Geburtstages im Jahre 2013. Katholiken verehren ihn nicht nur als Seligen – wie Marie-Therese Knöbl schreibt – sondern im Vertrauen auf seine Fürsprache besonders als Patron der Behinderten und Kranken.

Die im Jahre 2007 gegründete Hermannus-Gemeinschaft ist bemüht, das Andenken an den großen Sohn ihrer Gemeinde wach zu halten und seine Verehrung zu fördern. Ein Besuch auch im oberschwäbischen Altshausen liegt nahe, wenn man die Eindrücke von der Klosterinsel Reichenau im Blick auf Hermannus Contractus noch vervollständigen möchte.