Kirche als Ethik-Agentur und katholische Journalisten: Missbrauchte Sprache spricht nicht vom Kreuz

Zu den Beiträgen von Guido Horst: „Vom Ende einer Ethik-Agentur“ (DT vom 17. August), Johannes Seibel „Macht der Glaube Journalisten unprofessionell“ (DT vom 19. August) und Oliver Maksan „Was ist ein katholischer Journalist?“ (DT vom 21. August).

Sucht man in einigen Beiträgen der „Tagespost“ nach einer inhaltlich gemeinsamen Wurzel, so konnte man in den oben genannten drei Beiträgen fündig werden.

Darin ist die Rede vom nicht auf „den Glanz der Wahrheit“ hin ausgerichteten Denken, Sprechen und Schreiben, also anders besagt vom „Missbrauch der Sprache – Missbrauch der Macht“ und ihr inniger Zusammenhang. So wurde ich durch diese drei Beiträge an Josef Piepers Vortrag mit obigem Thema erinnert, den der bekannte münsterländische Philosoph 1964 vor der „Deutschen Forschungsgemeinschaft“ gehalten hat. Der Inhalt dieses Vortrags hat bis auf den heutigen Tag nichts von seiner Aktualität verloren, vielmehr sind die darin gestellten Fragen eher noch drängender geworden, wie man auch an den drei genannten aktuellen Beiträgen ersehen kann. Dass in diesem Zusammenhang Journalisten und ihr Handwerk besonders angesprochen werden, bedarf eigentlich keiner weiteren Begründung, doch gehe ich wohl nicht fehl, wenn damit eigentlich ein jeder (katholische) Christ (Mensch) gemeint ist. Welche tief ins Leben greifende Folgen ein solches nicht auf Wahrheit hin zielendes Denken, Sprechen und auch Schreiben vieler heutiger Journalisten und anderer medienwirksamen Leute für uns heutige Menschen hat, ist in den drei Beiträgen klar benannt. Die Folgen sind ebenfalls deutlich sichtbar geworden bei den vor wenigen Wochen in Duisburg geschehenen Ereignissen. In deren journalistischer Aufarbeitung hat es eben auch an Wahrheit bei allen Beteiligten zu sehr gemangelt. Wenn also „der Mensch nicht nur dadurch zu Schaden kommen [kann], dass er den Anschluss an die Zukunft versäumt, sondern auch dadurch, dass er das Unentbehrliche verliert und vergisst“, dann gehört eben auch die Wahrheit zu diesem „Unentbehrlichen“. So wird auch der heutige Papst Benedikt XVI. nicht müde, den Menschen immer wieder die ganze „unantastbare Wahrheit“ des Glaubens ins Gedächtnis zu bringen. Dass diese Wahrheit auf dem Kreuz Christi gründet, wurde durch das Triumphkreuz aus dem Meißner Dom im Beitrag von Guido Horst eindrucksvoll illustriert. Wie sehr es aber auch zur Lebenswahrheit gehört, dazu schreibt unser hiesiger Pfarrer Josef Leyer: „Mangelnde Nähe zum Kreuz hat einen Substanz- und Energieverlust des Christentums zur Folge“ und, so möchte ich ergänzen, einen eklatanten Wahrheitsverlust. In der Umkehrung heißt das wiederum, dass das Kreuz Christi uns frei macht von jeglichen Instrumentalisierungen und Zwängen und uns letztlich zu der doch erhofften Wahrheit hinführt.