Käßmann über den Papst: Wenn Hennen zu Gockeln werden: Ist das die Tonart für den Kirchentag?

Warum – so frage ich mich – lassen wir Katholiken uns in der ökumenischen Diskussion immer die Bringschuld auferlegen? Warum kann Frau Käßmann arrogant behaupten, dass sie vom Papst „nichts“ erwarte. Was ist denn von ihrer Seite zu erwarten? Warum schließt Weihbischof Jaschke eine „Rückkehr-Ökumene“ aus? Will er eine „Nachlauf“-Ökumene? Denn offensichtlich entfernen sich die Protestanten schneller von ihren eigenen bisherigen Positionen als der „fortschrittlichste“ Theologe, geschweige denn der einfache Gläubige nachkommen kann: Zerfleddern der Heiligen Schrift, Priesterinnen, Bischöfinnen, Segnung homosexueller „Ehen“, Zeitgeisthörigkeit und so weiter.

Man betrachte nur die Spannungen in den „Kirchen“ selbst. Ich halte es für ein Verbrechen an den Gläubigen, wenn ihnen eine Wischi-waschi-Einheit aufgeschwätzt wird, die letztlich doch nur beim Kleinsten Gemeinsamen Nenner enden kann, also zu einer „Auslauf“-Ökumene wird.

Unser Papst mahnte in seiner Generalaudienz anlässlich der „Gebetswoche für die Einheit der Christen“ zu Recht, dass unser Glaube Außenstehende nicht überzeugen kann, wenn wir nicht fest zusammenstehen. Ich bilde mir ein, dass ich als ehemaliger Abständiger die Chose ein wenig von außen beurteilen kann. Sie macht mir – mit Verlaub gesagt – den Eindruck eines Hühnerhofs mit nicht wenigen sich aufplusternden Gockeln. Und nach den ehernen Gesetzen des Gender-Mainstreamings können sich sogar Hennen als Gockel gerieren.

Da geht einem dann doch der Hut hoch, wenn man liest, dass Frau Käßmann vom Papst nichts erwartet. Was soll das heißen? Ist das die Tonart, in der wir uns auf den ökumenischen Kirchentag einstimmen? Es ist nicht lange her, da wurde ein EKD-Papier öffentlich, das deutlich gezeigt hat, wie man dort über die Kirche denkt. Die Äußerungen von Frau Käßmann liegen für mich ganz auf dieser Linie. Die neuheidnische deutsche Gesellschaft kann sich auf das gemeinsame Zeugnis der Kirchen freuen. „Seht wie sie einander lieben“, wird es höhnisch heißen.