Isensee-Interview zur Blasphemie-Debatte: Der christliche Glaube wird sehr wohl beschädigt

In der Tagespost vom 11. August 2012 findet sich unter der Überschrift „Gelassen bleiben“ ein Interview mit dem Staatsrechtler Josef Isensee über Gotteslästerung. Isensee meint, die Kirche habe durch den Unflat bislang wenig Schaden genommen. Zur Zumutung der Freiheit gehöre, die Geschmacklosigkeit des Anderen zu ertragen. Ob dies richtig ist, möchte ich dahingestellt sein lassen, meine aber, dass der christliche Glaube sehr wohl beschädigt wird.

Was mir dazu einfällt, ist die erste Vater-Unser-Bitte: „Geheiligt werde Dein Name!“ Ist das nicht auch ein Auftrag an uns Christen, den Gotteslästerungen öffentlich entgegenzutreten? Im freiheitlichen Rechtsstaat haben doch auch die Christen das Recht, an der Gestaltung der Rechtsordnung mitzuwirken und darauf zu drängen, dass der Name Gottes nicht verunehrt wird.

Isensee begründet seine Aufforderung zur Gelassenheit damit, eine Strafe erzeuge Mitleid mit dem Täter und Medienberichte über den Prozess trügen den Unflat erneut in die Öffentlichkeit. Genau diese Argumente werden seit Jahrzehnten benützt, um die eigene Trägheit und Feigheit zu rechtfertigen. Dieses empfohlene Stillhalten hat dazu geführt, dass Gotteslästerungen und Blasphemien immer häufiger und immer schlimmer geworden sind.

Ich bin sicher, dass die zitierte Vater-Unser-Bitte das Gebot an uns Christen einschließt, Beleidigungen Gottes entgegenzutreten.