Häresievorwurf gegen den Papst: Papstworte nicht auf Goldwaage legen

Häresievorwurf gegen den Papst

Ich beziehe mich auf den Leserbrief „Ich teile das Unverständnis“ von Dr. Johann Hahn und die ganzseitige Publikation „Zeit für ein klares Wort“ von Kardinal Gerhard Müller (S. 9), beide in der „Tagespost“ vom 16. Mai. Es geht in beiden Texten um das „Document on Human Fraternity“, das unser Papst Franziskus zusammen mit einem islamischen Groß-Imam am 4.2. öffentlich unterzeichnet hat und den Satz enthält: „The pluralism and the diversity of religions ... are willed by God in His wisdom...“. Diesem Satz kann ich nicht zustimmen; schon allein deshalb, weil es „Religionen“ gibt, die mehr nach unten als nach oben zeigen. Die Vielfalt der Religionen ist Zulassung Gottes, unser christlicher Glaube ist Wille Gottes. Doch legen wir nicht jedes Wort des Papstes auf die Goldwaage. Diesbezüglich begrüße ich den Kommentar, den Kardinal Müller in seiner Publikation schreibt: „Vor allem aber ist eine gemeinsame Erklärung mit einer nichtkatholischen Autorität kein Teil des dem Lehramt anvertrauten Auftrags, den katholischen Glauben treu zu bewahren. Sie hat keine den Katholiken verpflichtende Autorität, sondern nur eine natürliche Autorität, die zu respektieren ist, soweit ihre Argumente mit der natürlichen Vernunft – im Unterschied zu der vom Glauben erleuchteten Vernunft – eingesehen werden.“

Dr. Karl Philberth, 82544 Egling