Glaubenspräfekt Erzbischof Gerhard Ludwig Müller würdigt die Liturgiereform: An die liturgischen Vorgaben halten: Großartige und anspruchsvolle Liturgie

Vielen Dank an Erzbischof Müller für seine Würdigung der neuen Messe. Ich schätze den alten Ritus und danke Benedikt XVI., dass er ihn freigegeben hat. Ich liebe aber die neue Messe. Bislang hatte ich immer das Glück, in Pfarreien zu wohnen, in denen der neue Ritus schön und würdig gefeiert wurde. Es hängt also nicht am Ritus, sondern daran, dass sich viele Priester nicht mehr an die liturgischen Vorgaben halten.

Kurienerzbischof Müller ist mit der „Alten“ Messe aufgewachsen. Da bleibt mir nur zu sagen: Da hat er Glück gehabt! Ich durfte dieses Glück nicht haben. Mir wurde von meiner Kirche die alte Messform dreißig Jahre meines Lebens vorenthalten. Erst vor etwa zehn Jahren durfte ich in einer kleinen Kirche in München den Ritus kennenlernen, mit dem unsere Heiligen und Vorfahren gelebt haben.

Seitdem hat mich die Frage nicht mehr losgelassen, was die Gründe dafür gewesen sind, diese großartige und anspruchsvolle Liturgie zugunsten der erneuerten aufzugeben. Ich kann keine „Wiedergewinnung des liturgischen Reichtums der Väterzeit“ erkennen oder soll damit beispielsweise die fragwürdige Praxis der Handkommunion gemeint sein. Ich sehe im Vergleich beider Messformen beim neuen Messritus nur Defizite.

Es ist wirklich traurig, dass immer noch so getan wird, als ob liturgische Missbräuche in der „erneuerten“ Liturgie die Ausnahme wären. Ein Grund dafür ist das veränderte Verständnis der Messfeier.