Gender-Mainstreaming in der Kritik: Wer hat Angst vorm bösen Wolf?

Der Beitrag von Prof. Manfred Spieker legt ausführlich dar, wie weit die verheerende Gender-Ideologie bereits in die katholische Kirche eingedrungen ist und auf welchen Ursachen dies beruht (DT vom 5. September). Am Wissen über das Wesen und das Destruktionspotenzial dieser Ideologie mit atheistischen und marxistischen Wurzeln kann es nicht liegen, dass die Bischöfe der deutschsprachigen Ortskirchen diesem Treiben nicht von Anfang an klar entgegengewirkt haben. Prof. Spieker vermutet: „Zahlreiche Bischöfe aber scheinen Angst zu haben, dem Tugendterror zu widersprechen.“ Was aber will man mit Hirten, die Angst vorm bösen Wolf haben und ihre Herde nicht vor den Wölfen und ihrem unersättlichem Hunger schützen? Bis heute gibt es im Gegensatz zu den Bischofskonferenzen anderer Länder und den klaren Verurteilungen der Gender-Ideologie durch den Heiligen Vater noch keine klare und unüberhörbare Stellungnahme der Deutschen Bischofskonferenz gegen den Genderwahnsinn. Dies ist mehr als skandalös. Denn heute ist glasklar, dass die Genderideologie der göttlichen Schöpfungsordnung und der kirchlichen Lehre diametral widerspricht. Anders ausgedrückt: Katholizismus, ja Christentum und diese Genderideologie sind in keiner Weise miteinander vereinbar. Je länger die Bischöfe in ihrer Gesamtheit und die Deutsche Bischofskonferenz als Institution diesen Sachverhalt ignorieren und sich einer klaren Stellungnahme und Ablehnung dieser Ideologie entziehen, umso größer wird der Schaden in der Kirche und in der Gesellschaft sein. Auch wird es von Monat zu Monat schwerer, die bereits angerichteten Schäden innerhalb der katholischen Kirche Deutschlands zu korrigieren, die sich bis dato in den Ordinariaten und den Lehrstühlen etabliert haben und wirken. Als Katholiken werden wir uns entscheiden müssen, welchem Herrn wir letztlich dienen wollen. Es gibt heute eine große und rapide wachsende Anzahl von Katholiken, die hier Führungsstärke, Tapferkeit und eine klare Richtungsweisung der Bischöfe erwarten. Oder muss man erst warten, bis Weisungen aus Rom zu diesem Thema kommen? Den Lesern der „Tagespost“ ist zu raten, an ihre jeweiligen Ortsbischöfe zu appellieren und sie um Auskunft zu bitten.