Fronleichnam und der Glaube an die Realpräsenz Christi: Protestantische Provokation

Am Fronleichnamstag fahre ich seit Jahren über die Grenze zum Gottesdienst, weil wir diesen Feiertag an die Säkularisation verloren haben. Am 11. Juni fuhren wir nach Meersburg, das Städtchen war herrlich geschmückt und der Gottesdienst wunderbar. Gedrängt voll die Kirche, ein Hochgenuss waren das Bläserensemble und der gemischte Chor. Nach dem Gottesdienst folgte die erste Station in der Kirche, der Pfarrer, ein Diakon und ein Vorsänger verlasen die Lesung, das Evangelium und die Fürbitten, man war eingestimmt auf die Feier zum katholischen Corpus Christi-Fest. Der Zug formierte sich gemäß den Programmheften, hinter dem Priester mit der großen Monstranz unter einem Baldachin ging eine evangelische Pastorin in ihrer Amtstracht. Wir hielten das für komisch, weil Evangelische nicht an die Realpräsenz des Leibes Christi in der Hostie glauben. Leider übernahm diese dann die Führung, verlas an den folgenden zwei Altären die Lesung, das Evangelium und die Fürbitten, wobei sie die männlichen Wörter (Bruder, Sohn, Vater, Herr) in weibliche vertauschte und bei den Fürbitten für Toleranz, Einheit der Kirchen, usw. betete. Wohl lachten viele Leute, aber eigentlich war es eine riesige Frechheit. Sicher darf jeder an unseren Fronleichnamsfesten teilnehmen, es aber nicht als feministische Demonstration und Schaustellung des Frauenpriestertums missbrauchen. Die von Jesus Christus bestellten Apostel und alle Märtyrer mögen uns bewahren vor dem völligen Glaubenszerfall.