Friedensgruß während der Eucharistiefeier: Alternative zum Händeschütteln: Innere Gesinnung, nicht äußeres Getue

Die Leser P. Brand und Herr Pfr. A. Mayer (DT vom 13. und 15. November) haben sich dankenswerter Weise mit dem Sinn des sogenannten „Friedensgrußes“ befasst und sich Gedanken darüber gemacht, wenn sich Menschen, die zufällig nebeneinander stehen, die Hände reichen sollen. Mehr als eine symbolische Geste kann es ja wohl nicht sein. Dabei wird auch nicht bedacht, dass die Hygiene in Mitleidenschaft gerät, wenn mit Schnupfen, Allergien und Krankheitserregern behaftete Hände sich fassen und die Gefahr einer Ansteckung heraufbeschwören, Ein vernünftiger Ausweg wäre es, auf diesen Friedensgruß während der Winterzeit zu verzichten. Ansonsten schlage ich vor, den Friedensgruß, wenn er denn schon sein soll, lieber in Form einer freundlichen Zuneigung zueinander zu praktizieren, anstatt von der inneren Hinwendung zur Heiligkeit der Eucharistiefeier mit einer selbstgefälligen Händereicherei abzulenken. Der Eucharistie gebührt, dass sie nicht durch ablenkende Handlungen gestört wird.

Frau Paula Brand aus Frankfurt spricht mir in ihrem Leserbrief (DT vom 13. November) aus dem Herzen. Ich kenne eine Gemeinde, in der man sich zum Aussprechen des Friedensgrußes fast über die Bänke stürzt, um möglichst viele Gottesdienstbesucher zu erreichen. Maßgebend ist doch letzten Endes die innere Gesinnung und nicht das äußere Getue. In diesem Zusammenhang gibt es aber noch einen weiteren Gesichtspunkt. Gerade in der Winterzeit sind manche Gottesdienstbesucher erkältet, verschnupft oder vergrippt. Wenn man selbst von einer Erkältung betroffen ist und dies der Nachbarin oder dem Nachbarn durch eine unmissverständliche Geste mitteilt, erntet man oft einen sträflichen oder mindestens fraglichen Blick. Von der persönlichen Hygiene möchte ich an dieser Stelle gar nicht reden. Im übrigen glaube ich feststellen zu können, dass immer mehr Priester von der Aufforderung zum persönlichen Friedensgruß Abstand nehmen. Warum wohl?