Frauenpriestertum? Wie sich die Erziehungsmethoden der Eltern auf ihre Kinder auswirken: Eine harte Art zu denken: Kein Kind zu einem Zweck

Der Leserbrief einer Dame aus Trier zum Frauenpriestertum (DT vom 8. November) hat mir doch fast die Sprache verschlagen: Zitiert wird dort eine wohl nach der Basta-Methode erziehende Frau, die zu ihrem heranwachsenden Sohn (er überlegt, Theologie zu studieren) sagt: „Solange deine Schwester nicht geweiht werden darf, wirst du das auch nicht! Punkt.“ Die Leserbriefschreiberin schließt sich ausdrücklich deren Meinung an.

Ich kann nur hoffen, dass sich dieser Sohn recht bald von einer solchen Mutter emanzipiert! Diese Sorte Mütter würde wohl dann (gäbe es den Zölibat nicht) zu ihrem Sohn sagen: „Du wirst Pfarrer. Punkt.“ Denn Pfarrer ist – vor allem ohne Zugangsbeschränkung durch den Zölibat – ein Superberuf, das würden so manche Wichtigtuer und ihre Mütter bald so sehen.

Sehr befremdlich für mich ist ebenfalls, dass offenbar es den Brüdern der Leserbriefschreiberin von deren Eltern nicht erlaubt wurde, damals Ministranten zu werden. Begründung: Weil Mädchen nicht ministrieren dürfen, dürfen es auch unsere Buben nicht!

Vielleicht hat diese harte Art zu denken abgefärbt, wenn Frau Levinson „Nein Danke !“ zu dem angeblichen Ansinnen der Kirche sagt, die Frauen „sollen der Kirche ihren Priesternachwuchs gebären und großziehen.“

Früher haben sich die Familien gefreut, wenn Söhne Priester wurden. Doch auch heute gibt es solch gute Biotope noch und wieder: Etwa die neuen geistlichen Bewegungen wie Opus Dei, Neokatechumenaler Weg, Jugend 2000, Gemeinschaft Emmanuel und andere, wo die priesterliche Lebensweise als Lebensweise Jesu – wie er eben gelebt hat – gesehen wird und wo die Lehre der Kirche, die bezüglich der Priesterweihe nur für Männer seit zwei Jahrtausenden eindeutig ist, geachtet, geliebt und verteidigt wird.

Der Leserbrief von Frau Ulla Levinson stimmt mich traurig und ratlos. Sie schreibt: „Wir als Frauen sind von der Weihe ausgeschlossen, sollen aber der Kirche ihren Priesternachwuchs gebären und großziehen. Nein, Danke!“ Kinder sind, so habe ich es gelernt, Geschenke Gottes an seine Eltern, die in Liebe diese Kinder annehmen und zu reifen Menschen erziehen sollen.

Wenn ich diesen Gedanken ernst nehme, komme ich zu dem Schluss, dass kein Kind geboren wird, um einen Zweck zu erfüllen, und sei es Priester zu werden, weil es als Mann zur Welt kommt, oder nicht Priester zu werden, weil es eine Frau ist. Es ist ein großes Unheil, wenn Eltern ihre Kinder instrumentalisieren, um irgendeinen Nutzen, sei es für das Kind, für die Eltern oder für die Gesellschaft daraus zu ziehen.