Erzbischof Schick fordert mehr missionarisches Bewusstsein: Klar der Auftrag des Evangeliums

Die Ausführungen von Erzbischof Ludwig Schick über die „missionarische Kirche“ kann man nur unterstreichen („Den missionarischen Auftrag klarer hervorheben“, DT vom 6. Dezember). Er beklagt mit Recht, dass der Sinn für die missionarische Kirche weithin geschwunden ist – auch als Auswirkung der „Halbfas-Theorie“.

In der Diskussion über die Karfreitags-Fürbitte für die Juden wurde häufig die Ansicht vertreten, es dürfe grundsätzlich keine christliche Judenmission geben und es sei „theologisch unverantwortlich“, wenn Christen Juden zum Glauben an Jesus Christus führen wollten. Es ist mir schwer verständlich, ja geradezu unbegreiflich, dass auch katholische Theologen diese Ansicht vertreten. Sie verträgt sich ja ganz offensichtlich nicht mit dem universalen Missionsauftrag Christi und mit den zentralsten Aussagen des Neuen Testaments. Wenn es „theologisch unverantwortlich“ ist, Juden den christlichen Glauben nahezubringen, dann haben auch Petrus und Paulus und die übrigen Apostel „theologisch unverantwortlich“ gehandelt. Ja, dann hat auch Jesus selbst „theologisch unverantwortlich“ gehandelt. Denn er hat ja Juden zum Glauben an sich geführt und sie zu seinen Jüngern gemacht.

Es ist gut, dass Erzbischof Schick im Interview mit der „Tagespost“ den missionarischen Auftrag des Evangeliums klar herausgestellt hat.