Donum vitae: „In der Beratungsfalle“: Eine Antwort gab es damals nicht

Zum Artikel von Professor Spieker „In der Beratungsfalle“ (DT vom 12. Juni) möchte ich bestätigend ergänzen, dass vor zehn Jahren in Berlin ein erstes Europäisches Forum Lebensrecht stattfand, an dem Vertreter aus zwanzig Nationen Europas, den USA und Israel teilnahmen. In einem Brief an die Deutsche Bischofskonferenz schreiben sie: „Alle Konferenzteilnehmer stehen vollinhaltlich hinter der eindringlichen Bitte des Papstes, das Angebot der Beratung und Hilfe durch katholische Beratungsstellen zu intensivieren, jedoch den Beratungsschein nicht mehr auszustellen. Es ist unbestritten, dass mit diesem Schein die vorgeburtliche Kindestötung erlaubt und damit der Schutz des Kindes und damit letztendlich auch der Mutter aufgehoben wird. Ein solches ,Beratungskonzept‘ ist mit dem Evangelium des Lebens nicht vereinbar. Wir ermutigen Sie, auf Ihrer unmittelbar bevorstehenden Herbsttagung den konsequenten Schritt des Lebens zu gehen und auf die alternative Beratung und Hilfe ohne Erstellung des Beratungsscheines umzusteigen. Die Teilnehmer des 1. Europäischen Forums Lebensrecht haben dieses Schreiben einmütig beschlossen. Mit freundlichen Grüßen, Hartmut Steeb, Koordinator der AGL“.

Dieser Brief wurde an den damaligen Vorsitzenden der DBK geschickt. Aber durch Nachfrage bei Mitgliedern der DBK wurde er den Bischöfen nicht mitgeteilt. Das Schreiben aus Berlin ist umso erstaunlicher, als dieses Forum wesentlich von evangelischer Seite organisiert wurde. Hartmut Steeb, Generalsekretär der evangelischen Allianz, teilte mit, dass er mehrfach Bischof Lehmann um ein Gespräch gebeten habe, erhielt aber keine Antwort.