Die Mayas in Mexiko und Guatemala: Ein Lernprozess, der sich lohnt

Zu Unterricht in der Maya-Sprache“ (DT vom 5. August): Ihr Bericht trifft die Lage der Indigenen in Guatemala sehr gut. Mein Hobby sind die indigenen Kulturen Nord- und Lateinamerikas. In Mexiko und Guatemala habe ich schon sehr viele der indigenen Städte und Baudenkmäler besucht. In Guatemala ist die Lage der Mayas erbärmlich. Vor allem weil die Reichen sich so abschotten und das ganze Geld ins Ausland, vor allen in die USA gebracht wird.

Im Prinzip ist es ein sehr schönes und reiches Land, aber den Reichen fehlt der Mut, auf die Armen zuzugehen und aus dem Land was zu machen. Mittlerweile habe ich das 3. Patenkind. Man lernt dabei auf gleichen Augenhöhe miteinander umzugehen. Für uns ist es ein Lernprozess, der sich lohnt, denn man wird mit so viel Freude, Dankbarkeit und Gebeten und kleinen Geschenken beschenkt. Die Webarbeiten sind fantastisch. Ich habe mir einiges mitgenommen. In Guatemala ja betteln sie darum, ihnen etwas abzukaufen, in Mexiko nicht. Die Mayas und das Land haben es nicht verdient, dass sie als fast Ärmste in der Welt zählen. Hätte die Regierung mehr Mut, könnte sie auch mehr Tourismus ins Land holen.

Warum wurde kürzlich die Maya-Ausstellung in Speyer gemacht? Das soll doch eigentlich zur interkulturellen Verständigung beitragen. Die alten Mayas haben dem Land ein so wertvolles Erbe hinterlassen. Wenn man mehr Mut zur Aussöhnung hätte, nach dem langen Bürgerkrieg, so wie ehemals der Bischof von Ciudad der Guatemala es gepredigt hatte, wäre aus dem Land sehr sehr viel zu machen. Es könnte zur Stabilisation in Mittelamerika beitragen. Das Herz von Pater Stevenson ist in der Kirche in Zunil untergebracht. Ja es ist richtig schade, dass Städte wie Tikal wieder verfallen. In Honduras gehen die Leute offener auf einen zu. Sie haben nicht so viel Angst. Aber Guatemala war ein riesiges Erlebnis, vor allem die indigenen Märkte und ihre kirchlichen Gebräuche. Es hat sich seine Ursprünglichkeit bewahrt.