Der aktuelle Streit in der Politik um die Einführung des Betreuungsgeldes : Hier kehrt der Sozialismus wieder

Man kann die Diskussionen der Erziehung von Kleinkindern außerhalb der Familie und dem Betreuungsgeld für Frauen, die den Mut haben, ihre Kinder im Kreise der Familien zu erziehen, bald nicht mehr hören. Ich habe volle Hochachtung und großes Verständnis für diese Mütter, ihr Kind in mütterlicher Liebe selbst aufzuziehen.

Vor Jahren haben SPD-Politiker erklärt, sie werden die Hoheit über die Kinderbetten fordern, weil viele Eltern einer gerechten Erziehung ihrer Kinder nicht gewachsen seien und nicht in der Lage sind, Familie und Beruf in Einklang zu bringen. Ich will hier gar nicht auf die Gefahren bei außerhäuslichen Erziehungsmaßnahmen in Kitas verweisen. Wiederholt haben das Fachleute schon oft getan und auf die Nachteile einer „Fremderziehung“ hingewiesen.

In meinem Bücherregal habe ich ein Buch mit über 1 200 Seiten stehen mit dem Titel „DDR-Handbuch“ in zweiter überarbeiteter Auflage der Erstausgabe von 1975. Darin werden sehr viele Bereiche aus dem ehemaligen Sozialistischen Einheitsstaat aufgelistet. Den Familien werden mehrere Seiten gewidmet, wie sie die Kleinkinder nach sozialistischer Auffassung zu erziehen haben. Als offizielle Leitbilder wurden angesehen: „Das 1965 verabschiedete Familiengesetzbuch (FGB) soll laut Präambel allen Bürgern helfen, ihr Familienleben bewusst zu gestalten.“ Als Voraussetzung wird die „sozialistische Entwicklung“ in der DDR und daraus resultierende „gleichberechtigte Stellung der Frau auf allen Gebieten des Lebens“ vorgegeben. In der marxistisch-leninistischen Gesellschaftstheorie gilt die Erwerbsarbeit der Frau als wesentliche Grundlage für die Gleichberechtigung und eine „höhere Form der Familie und des Verhältnisses beider Geschlechter“. Ihre Kinder sollen sie „in verantwortungsvollem Zusammenwirken mit staatlichen und lebensfrohen, tüchtigen und allzeit gebildeten Menschen, zu Erbauern des Sozialismus“ erziehen.

Die Klassiker des Marxismus/Leninismus waren davon ausgegangen, dass die Einbeziehung der Frauen in den Produktionsprozess parallel zu ihrer weitgehenden Entlastung von häuslichen Pflichten verlaufen müsste. Die Hausarbeit sollte industrialisiert, die Kindererziehung „vergemeinschaftet“ werden. Dieser sozialistische Schwachsinn wurde allgemein in der westlichen Welt als Hirngespinst abgelehnt. Leider muss man heute auch feststellen, dass wesensgleiche Vorstellungen wieder auf dem Vormarsch sind.