Der Staat und die Flüchtlinge: In Liebe begleiten: Böses Erwachen

Oliver Maksan formuliert am Ende des Leitartikels (DT vom 21. Juli) den Wunsch, dass im Wettlauf um die Seelen junger Migranten die gemäßigten Moscheen vorne liegen mögen. Den Migranten selbst (und sekundär auch unserer Gesellschaft) ist etwas anderes zu wünschen: Dass die Kirchen mit ihrem größten Schatz – dem Evangelium – den Wettlauf um die Seelen möglichst vieler Migranten gewinnen. Nur leider scheint es weithin, als ob die Volkskirchen in unserem Land zu diesem Wettlauf überhaupt noch nicht angetreten sind. Auf Seite 1 wird der Innsbrucker Dogmatikprofessor Niewiadomski zitiert, dass radikalisierungsempfängliche Flüchtlinge in erster Linie tief religiöse Menschen bräuchten, die sie auf dem Weg zu einem anderen Gottesbild begleiteten. Wie könnte das besser geschehen als dadurch, Menschen in die freie, liebevolle Beziehung zum menschgewordenen Gottessohn zu begleiten? Bislang sind mir fast ausschließlich freikirchliche Initiativen begegnet, die – auf sehr respektvolle, liebevolle Weise – in diesen Wettkampf um die Seelen eintreten. Viele der Migranten haben in Deutschland zum ersten Mal die Gelegenheit, ohne Gefahr von Gottes menschgewordener Liebe zu erfahren. Es wäre tragisch, wenn diese Chance nicht ergriffen würde.

Mit Verwunderung lese ich heute die Überschrift auf der Titelseite: „Merkel dankt Polizisten“. Wofür? Es ist eine Ironie des Schicksals, dass die deutsche Prototypin der Willkommenskultur, Angela Merkel, die für zahllose Flüchtlinge weit die Tore geöffnet und die Deutschen ermahnt hat, jene gut zu behandeln, sich nun sich bei der deutschen Polizei dafür bedankt, dass sie einen jugendlichen Flüchtling, den muslimischen Attentäter von Würzburg, in Notwehr erschossen hat. Die beteiligten Polizisten hätten getan „was sie konnten, um die Bevölkerung vor weiterer Gefahr zu beschützen“. Dank sei der deutschen Polizei, Undank sei Frau Merkel, die am 5. September 2015 die Sicherheit des deutschen Gemeinwohls über Bord geworfen hat.