Der Koran fordert keine Verschleierung

Immer wieder gibt es Anlass zu erörtern, ob das Tragen der Burka/des Niqab in der Öffentlichkeit verboten werden soll. („Teilverbot für Vollverschleierung“, DT vom 20.8.2016). Etliche Leute meinen wohl, muslimische Frauen hätten aus religiösen Gründen Burka oder Niqab zu tragen. Wer aber im Koran und in den Hadith nachschaut, stellt fest: Es gibt keine religiöse Verpflichtung.

Bei der Wallfahrt in Mekka soll Mohammed den Gesichtsschleier sogar verboten haben. In einem Hadith heißt es: „Ich hörte den Propheten den Frauen verbieten, im Weihezustand Handschuhe und Schleier zu tragen ... Sie (die Frau) soll sonst tragen, was sie an Kleidern mag, ob es nun gestickt, aus Seide oder mit Schmuck besetzt ist, Hosen, Hemd oder Schuhe“ (vgl. Khoury, Der Hadith, Band II, Grundpflichten und Rechtschaffenheit, Gütersloh 2008, Nr. 2225, S. 233). Wenn der Gesichtsschleier bei einer der wichtigsten religiösen Handlungen, nämlich während der Wallfahrt in Mekka untersagt ist, kann er im Alltag wohl kaum aus religiösen Gründen gefordert sein. Gemäß Koranvers 24,30 sollen die Frauen denn auch lediglich „ihre Tücher um ihre Kleidungsausschnitte schlagen“.

Zum Thema Kopftuch heißt es im Koran, die muslimischen Frauen „sollen ihre Übergewänder reichlich über sich ziehen. So ist es am ehesten gewährleistet, dass sie (dann) erkannt und nicht belästigt werden“ (Koranvers 33,58). Sklavinnen dagegen werden zum Hab und Gut gezählt und sollen sogar nackt öffentlich zum Verkauf angeboten werden können (vgl. Katholisches.info vom 20.8.2013).

Das Kopftuch signalisiert gleichzeitig, dass die Trägerin gebärfähig ist. Denn für Frauen, die keine Kinder mehr bekommen, gilt: „(Was nun) die älteren Frauen (betrifft), die nicht (mehr) auf Heirat hoffen können, so trifft sie kein Vorwurf, wenn sie ihre Tücher ablegen, ohne ihre Zierde zur Schau zu stellen. Aber wenn sie sich dessen enthalten, ist es besser für sie. Und Allah ist Allhörend, Allwissend.“ (Koranvers 24,59, Koranzitate aus der Übersetzung von Rassoul. Diese Koranübersetzung wird zum Beispiel von Muslimen öffentlich verschenkt.)