Der „Fall Christian von Boetticher“ und die CDU in Schleswig-Holstein: Schlechtes Beispiel im doppeltem Sinn

Markus Reder schreibt in seinem Kommentar der „Tagespost“ vom 17. August unter anderem: „Moralisch kollabiert sind auch viele Politiker. Wie sonst sollte man etwa Christian von Boettichers „Liebes“-Beziehung zu einer 16-Jährigen beschreiben, die am Wochenende zu seinem Rücktritt als Spitzenmann der Nord-CDU geführt hat.“ Es stimmt, dass von Boetticher mit seiner zeitlich begrenzten Beziehung zu einer Minderjährigen ein schlechtes Beispiel gegeben hat. Hat er doch diese Frau nicht nur seiner Karriere wegen fallen lassen, sondern auch älteren „Liebhabern“ minderjähriger Mädchen als promovierter Jurist vorgemacht, wie man so etwas anstellt, ohne strafrechtlich belastet zu werden. Umso betroffener sind aber viele, dass die Nord-CDU nicht darauf gedrängt hat, dass von Boetticher auch sein Landtagsmandat niederlegt!

Da von Boettichers Mandat als Überhangsmandat nicht mehr durch einen „Nachrücker“ hätte besetzt werden können, hätte dann die Regierung von Schleswig-Holstein ihre Mehrheit im Landtag verloren. Taktik und Opportunismus, um wenige Monate länger fest im Sattel sitzen zu können, haben so verhindert, dass von Seiten der CDU, christlichen Grundsätzen gemäß, in der „Causa“ von Boetticher ein überzeugender Schlussstrich gezogen worden wäre. An das „C“ als „Fundament der CDU“ (Bernhard Vogel), also an fundamentale christliche Wertvorstellungen, hat die Nord-CDU da bestimmt nicht gedacht.