Debatte um Rentenalter: Wie belastend ist der Lehrerberuf?: Ärgerliche Äußerungen, an der Realität vorbei

Über Äußerungen von Herrn Schels in seinem Leserbrief in der DT vom 17. August habe ich mich geärgert. Herr Schels beurteilt den Lehrberuf aus einer sehr eingeschränkten und vereinheitlichten Perspektive. Die Alltagsrealität dieses Berufes hängt von vielen Faktoren ab. Es ist sicher nicht berechtigt, die möglichen Erwartungen mancher Lehramtsstudenten als Beleggrundlage für eine Aussage über die berufliche Realität heranzuziehen. Und auch das Fazit, welches Herr Schels aus persönlichen Beobachtungen zu ziehen angibt, muss eine andere Motivationsquelle haben.

Vielleicht werde ich nicht der einzige sein, welcher sich zu Herrn Schels Ansichten äußert. Ich tue dies als Lehrer im öffentlichen Dienst. Gleichwohl möchte ich an dieser Stelle hier nicht eigene Ansichten als Antwort auf den Leserbrief eines anderen Lesers der „Tagespost“ vortragen. Wir brauchen keine neue Debatte über diesen Beruf.

Lesern, die sich für Studien zur Auswirkung der Lehrtätigkeit auf die „psychische Gesundheit“ interessieren, empfehle ich die gleichnamige Studie des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen aus dem Jahre 2008. Hierin heißt es zusammenfassend: „Lehrkräfte sind in besonderem Maße psychischen Belastungen ausgesetzt“ (S. 40). Ergänzt werden sollte das Studium dieser Studie durch eine vergleichbare über die körperlichen Auswirkungen dieser seelischen (und nervlichen) Belastungen. Wie auch immer: Es gibt andere Stimmen zum Lehrerberuf. Ich hoffe allerdings, dass wir uns sonst vielfach üblicher Pauschalierungen enthalten und offen aufeinander zugehen können.