Debatte über die Todesstrafe: Für welchen Fall befiehlt Gott diese Strafe“

In dem Beitrag „Wo Staaten töten“ (DT vom 29. Juli) berichten Sie ausführlich über den Vollzug der Todesstrafe in Japan und in anderen Ländern. Sie schließen den Artikel mit einem Hinweis auf den Papst, der zu einer öffentlichen Debatte über die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens aufgerufen hat. Ich möchte mich gern an dieser Debatte beteiligen und hinweisen auf die Aussagen der Bibel. In 1. Mose 9,6 befiehlt Gott die Todesstrafe: „Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch durch Menschen vergossen werden“. Nun ist es bei alttestamentlichen Geboten ja manchmal schwierig zu erkennen, ob sie auch nach Christus noch gültig sind. In diesem Fall gibt es aber eine neutestamentliche Bestätigung. Der Apostel Paulus erklärt in Röm 13,1–4, dass die Obrigkeit Gottes Dienerin ist und als solche das Schwert führt. Das ist eine klare, bildliche Aussage zur Todesstrafe. Das Problem scheint mir zu sein, dass Gott die Todesstrafe zumindest in 1. Mose 9,6 nur für den Fall befiehlt, dass Menschenblut vergossen wurde, nicht für Wehrkraftzersetzung, Fahnenflucht, Hochverrat oder Majestätsbeleidigung. Die an sich von Gott befohlene Todestrafe ist leider vielfach missbraucht worden.