CDU verliert in Bremen: Zur Situation der Christdemokraten: Die Probleme sind vielschichtig

Man kann der Analyse von Herrn Liminski zum Teil sicherlich zustimmen (Leitartikel „CDU in der Auflösung“ vom 24. Mai). Aber die „Auflösung“ betrifft ja nicht allein die Union, sondern auch die SPD. Beide Parteien konnten über Jahrzehnte bei Bundestagswahlen 80 bis 90 Prozent der Wählerstimmen für sich mobilisieren und zwar bei hohen Wahlbeteiligungen. Aber die Zeiten von Schmidt, Brandt, Kohl, Genscher und Strauß, die Zeit der guten alten Bundesrepublik, ist zu Ende.

Momentan befindet sich Deutschland in einer Übergangsphase: Keine Partei, auch die „Grünen“ nicht, hat bereits das richtige Rezept gefunden. Dafür sind die Probleme zu vielschichtig. Und die Menschen haben sich auch verändert: das zeigen ja schon die Zahlen der sonntäglichen Messbesucher. Und innerkirchlich herrscht ja ebenfalls große Unsicherheit, denn man will von Gottes Geboten und den Lehren der Kirche eher nicht mehr so viel wissen wie noch vor Jahrzehnten.

Was aber auch eine große Rolle für Deutschland spielt, ist die seit Jahrzehnten zu niedrige Geburtenzahl, Stichwort Abtreibung. Jetzt sollen es noch mehr ausländische Arbeitskräfte richten, obschon es ja bereits sehr viele gibt, wenn auch mit deutschem Pass inzwischen.

Weitergehen kann es so nicht mehr: hoher Lebensstandard bei niedrigen Geburten und immer mehr älteren Mitbürgern, die versorgt werden müssen, immer höhere Abgaben und dann auch Probleme insbesondere mit den vielen Muslimen. Wo bleibt „unsere“ Identität? Grün-Rot hat auf diese fundamentalen Fragen überhaupt keine Antwort, sondern hält sich Augen und Ohren zu.

Bei all diesen eminent wichtigen Themen ist nach wie vor die Union gefragt. Alternativen zu ihr gibt es nicht.