Bundeswehreinsatz in Afghanistan: Das ist Krieg, nicht Wiederaufbau

Menschen, die mit offenen Augen durch diese chaotische Welt gehen, fragen sich, für wen eigentlich die drei deutschen Soldaten in diesem Krieg, der einem Trauerspiel gleicht, gefallen sind (DT vom 25. Juni und 2. Juli). Denn man muss keineswegs „links“ oder „grün“ orientiert sein, um den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr abzulehnen. Nichts einzuwenden ist indes, wenn sich Deutschland aus humanitären Gründen am Wiederaufbau des zerstörten Landes am Hindukusch beteiligt. Aber benötigt man für diesen „Wiederaufbau“ – wie uns immer wieder suggeriert wird – unbedingt schwer bewaffnete Soldaten, die mit Panzern, Raketen und Kampfflugzeugen ausgerüstet sind? Und wann geht der dösenden Menschheit das berühmte Licht auf und sie besinnt sich auf höhere Werte, bevor weiteres Unheil geschieht? Dabei denke ich an die sogenannten Schurkenstaaten, die mit ihren Atombomben den sich nach Frieden sehnenden Völkern neue Probleme bringen.

Deshalb stellt sich mir aus Sicht als Soldat des Zweiten Weltkriegs und als Christ die Frage, ob denn keiner der verantwortlichen Politiker begreifen will, dass nach all den bitteren Erfahrungen aus zwei Weltkriegen und zahllosen anderen kriegerischen Auseinandersetzungen nur noch ein konsequent gelebter Pazifismus diese Welt vor dem Abgrund retten kann? Jesus von Nazareth war Pazifist, der jegliche Gewalt ablehnte. Er sagte: „Folgt mir nach!“ Doch wo sind die wahren Nachfolger, die es in mehr als 2 000 Jahren nicht geschafft haben, den Menschen den lang ersehnten Frieden zu bringen?