Bundestagswahl: Am 27. September entscheidet der Bürger: Können die Kleinen zusammenarbeiten?

Unaufhaltsam rückt die Wahl heran und manche gewissenhafte wahlberechtigte Christen überlegen noch, welche Partei oder ob überhaupt man denn guten Gewissens noch wählen kann. Von den Leserbriefen in der „Tagespost“ empfahlen die einen, die Union mit ihren wenigstens zum Teil noch am ehesten christlich gesinnten Kandidaten zu wählen, andere dagegen, angesichts begründeten Ärgers über das Verhalten von vielen auch ihrer Abgeordneten, der Wahl überhaupt fernzubleiben. So recht überzeugt keiner der beiden Vorschläge.

Sollte es wirklich keine Möglichkeit für die Wähler geben, einen nicht aussichtslosen Versuch zur Einleitung einer Wende zu unterstützen? Vielleicht doch. Freilich müssten dafür geeignete Persönlichkeiten die Voraussetzung schaffen. Eine kleine Partei als Koalitionspartner vermag mehr als eine zahlenmäßig gleiche Gruppe in einer großen Partei, in der sie „untergebuttert“ wird.

Wie können nun mehrere verschiedene kleine Parteien und Gruppen sich für eine Wahl so zusammenschließen, dass sie bei Erreichen der obligaten fünf Prozent ins Parlament kommen können? Anschluss an eine vorhandene oder Gründung einer neuen Partei wäre kein realistischer Vorschlag. Eine Erinnerung: Zu einer Landtagswahl in Bayern vor etwa zehn Jahren empfahl die allzu wenig bekannte Familienpartei ihren Anhängern, diesmal sollten sie ihre Stimme für die ödp abgeben, mit der man in wichtigen Punkten übereinstimme. Zugunsten der ödp trat damals die Familienpartei selbst nicht zur Wahl an. Eine solche Zusammenarbeit ist also möglich. Sie könnte auch kurz vor der Wahl noch versucht werden.

Frage: Könnten nicht noch jetzt für die Bundestagswahl wenigstens einige in der Ablehnung des legalisierten grausamen Massenmordes an Ungeborenen gleichgesinnte kleine Parteien sich so zusammentun? Da sind nun die Führungsgremien dieser Parteien am Zuge. Ob sich dann nicht gleich fünf Prozent der Wähler so entscheiden, dass für dieses größte Anliegen unseres Landes im Parlament endlich wenigstens wieder eine Stimme vorhanden ist? Vielleicht könnten die Vorstände einiger Kleinparteien andere Anliegen einmal etwas zurückstellen. Wenn solches sichtlich mit Überzeugung weithin sichtbar geschieht, wird der Zulauf aus anderen Lagern nicht ausbleiben und die in unserer Medienkratie längst fragwürdig gewordene Fünf-Prozent-Klausel den Erfolg nicht verhindern.