Bürgerrechtler Joachim Gauck soll neuer Bundespräsident werden: Die Ehe ist keine Privatsache

Gaucks in den Worten des verdienstvollen CSU-Bundestagsabgeordneten Norbert Geis „zu ordnende“ Eheverhältnisse sind keineswegs nur im Lichte katholischer Eheverständnisse problembeladen („Gauck: Kritik, Chance, Ehe“ von Markus Reder, DT vom 3. März). Der evangelische Theologe Gauck mag in der Spurfolge Luthers die Ehe nur für „ein weltlich Ding“ halten, dann bleibt immer noch die dringliche Anfrage an ihn, wie er künftig als Staatsoberhaupt persönlich glaubwürdig Artikel 6 unseres Grundgesetzes wahren und verteidigen kann. Denn diese fundamentale Vorschrift unserer Verfassung stellt die Ehe in gegenseitiger Verschränkung mit der Familie unter den „besonderen Schutz der staatlichen Ordnung“.

Damit ist die Ehe nicht nur eine von mehreren Möglichkeiten der Lebensgemeinschaft zwischen Mann und Frau, meinethalben die „Beste“ darunter, sondern die allein reguläre. Mit Artikel 6 stellt sich das Grundgesetz in den geistesgeschichtlichen Strom der zivilisierten Menschheit: Alle Kulturen kennen und privilegieren die Ehe als grundlegendes Institut menschlicher Gemeinschaft. Es ist deshalb ein Signal kultureller Dekadenz, die Frage „Ehe oder nicht-eheliches Zusammenleben“ zur bloßen Privatsache zu erklären. Wofür steht dann unser mutmaßlicher Bundespräsident? Wofür will er stehen?