Bestechungsskandal im Fußball, Sport als Millionengeschäft : Weder Zeit noch Geld für Bildung und Kultur

Zu dem Leserbrief „Verlogenes, krankes Millionen-Geschäft“ von Dagmar Schön (erschienen in „Die Tagespost“ vom 22. Oktober) kann man nur gratulieren. Sie deckt auf, wie der Berufs-Sport ein Sklave der Finanzen geworden ist. Ich möchte noch ein paar weitere Negativ-Punkte ins Gedächtnis rufen. Die Kosten für die Behandlung der vielen Verletzungen im Spitzensport zahlt die Allgemeinheit. Viel Geld wird jede Woche allein für Benzin oder sonstige Reisespesen ausgegeben. Geld, das in vielen Familien für Nötigeres fehlt.

Die Unsumme der Sponsorengelder muss zuerst einmal in ehrlicher Arbeit von der Allgemeinheit verdient werden. Für viele Enthusiasten ist der wöchentliche Besuch einer Sportveranstaltung Anlass für ein Besäufnis. Der Wirtschaft gehen sehr viele menschliche Arbeits-Ressourcen durch den Berufssport verloren. Die unverhältnismäßig hohen Löhne der Spitzensportler sind für junge Leute falsche Anreize. Politiker, die für Sportförderung immer mehr Geld generieren wollen, kommen mir vor wie die Kaiser im alten Rom. Nur heißt es jetzt „Geld und Spiele“. Mir scheint, je mehr Sport zum goldenen Kalb gemacht wird, desto weniger Zeit und Geld bleibt für die Bildung in Musik, Literatur, und bildende Kunst.