Beitrag zu den boomenden Schwedenkrimis: Erbaulich ist das alles nicht

Der Beitrag „Schwedenkrimi“ (DT vom 9. Februar) bleibt hoffentlich ein Ausrutscher. Man wartet auf ein irgendwie geartetes analytisches Urteil der Autorin, aber Fehlanzeige. Noch unverständlicher ist indes das vollständig unkritische Lob Larssons. Zwar sind Geschmäcker zum Glück verschieden. Offenbar gibt es Unmengen von Fans dieses Autors, welche hunderte über hunderte weitgehend ereignislose Seiten goutieren. Es ist allerdings verwunderlich, warum eine katholische Zeitung eine derart undistanzierte Haltung zu Protagonist und Autor einnimmt. Das Buch handelt von einem sich offenbar in einer midlife-crisis befindenden feministischen Journalisten, der seine Hauptaufgabe unter anderem darin sieht, jedwedes weibliche Wesen ohne Ansehen von Attraktivität oder Alter zu beglücken. Zwischen den Bettgeschichten dieses schwedischen Möchtegern-James-Bond werden pseudo-avantgardistisch-sozialistische Botschaften unglaublich unverhohlen präsentiert, in einem Atemzug mit der Verächtlichmachung von allem, was nur annähernd althergebracht-konservativ erscheint, wozu selbstverständlich auch Familie und Religion gehören. Garniert wird das ganze mit einem penetrant wiederholten Lobpreis der Firma Apple und ihrer unglaublichen Produkte. Diese Bücher mögen die Ideale der 68er sowie (paradoxerweise) eines materialistischen Konsumismus' propagieren. Erbaulich sind sie nicht.