Beispiele für Neuevangelisierung: Kulmbach: St. Hedwig ist ein Beispiel: Das Schriftenapostolat ist auch eine Möglichkeit

Mit großem Interesse und hoffnungsvoller Freude habe ich die Pfingstausgabe Ihrer Zeitung studiert und auch ein Exemplar den Mitarbeitern unserer Geistlichen Gemeinschaft zukommen lassen. Auch die angebotene Möglichkeit, positiven und Mut machenden Aufbrüchen in der Kirche eine Plattform zu geben, ist mit Freude aufgenommen worden. Ein Beispiel von Gemeindebildung findet zurzeit in Kulmbach in der Pfarrei St. Hedwig statt. Einer Geistlichen Gemeinschaft, in diesem Falle Cursillo, wird dort die Möglichkeit gegeben, unter dem Dach der Pfarrei und mit Unterstützung des Gemeindepfarrers und der Pastoralreferenten zu wirken.

Zwei Cursillo-Mitarbeiter, die beide eine Ausbildung zum Wortgottesdienstleiter absolviert haben, organisieren einmal im Monat jeweils Freitag Abend eine halbe Stunde stille Anbetung vor dem ausgesetzten Allerheiligen. Die Anbetung mündet in einen Lobpreis-Gottesdienst mit Gitarre und neuen Liedern. Diese Abende mit 40 bis 60 Personen füllen die ganze Krypta. Aus diesen Abenden haben sich innerhalb kurzer Zeit vier Bibel-/Gebetsgruppen gebildet, die sich regelmäßig im privaten häuslichen Bereich treffen, gemeinsam beten und sich über den Glauben austauschen.

Aus diesen Gruppen kommen wieder Menschen, die ihr Glaubenswissen in Glaubenskursen vertiefen möchten. Ein Kreislauf ist in Gang gekommen, der dem Engagement zweier Mitarbeiter und der Offenheit des Gemeindepfarrers zu verdanken ist. Wenn beides zusammenspielt, kann Neues entstehen und wachsen. In der Stille vor dem Allerheiligsten wird die Präsenz, die Nähe des Herrn wahrnehmbar und lässt die unwiderstehliche Sehnsucht nach „mehr“ wachsen.

Das Bemühen der „Tagespost“, Apostolatsinitiativen zur Neuevangelisierung bekanntzumachen, ist unterstützenswert. Ich möchte auf eine Form des Apostolats aufmerksam machen, die jedem möglich ist: das Schriftenapostolat. Der hl. Don Bosco nannte das Schriftenapostolat ein göttliches Werk und gründete einen Verein zur Verbreitung guter Schriften; der hl. Franz von Sales setzte zwei Jahre lang nur Flugblätter ein, um die 70 000 Einwohner des Chablais zu bekehren; der hl. Alfons Maria von Liguori wollte, dass sein Buch über das Gebet von allen Gläubigen gelesen wird; der hl. P. Maximilian Kolbe wollte eine Milliarde Leser mit seiner Zeitschrift erreichen; der hl. Pius X. war bereit, sein Brustkreuz zu verkaufen, um die katholische Presse zu retten. Diese Zeugnisse sollten genügen, uns vom Wert des Schriftenapostolats zu überzeugen. Jeder, dem die Neuevangelisierung ein Anliegen ist, wird viele passende Gelegenheiten finden, gute katholische Schriften weiterzugeben. Aus diesem Grund habe ich das Schriftenapostolat www.apostolat.de gegründet, das kostenlos Schriften anbietet, die ohne Rechnung zugesandt werden, nur gegen freiwillige Spende.