Behinderung der „Demo für alle“ in Köln: Das muss Demokraten alarmieren

Zu „Linke blockieren Demo für alle“ (DT vom 12. September): Es steht zu hoffen, dass der Artikel „Linke blockieren Demo für alle“ in der Wahrnehmung der Leser nicht in der Berichterstattung über den Kolumbienbesuch des Papstes untergeht. Denn er „hat es wirklich in sich“, sagt er doch nichts anderes, als dass eine angemeldete und erlaubte Demonstration von linksgerichteten Aktivisten rechtswidrig blockiert wurde. Mit bei diesen Rechtsbrechern, welche anderen die Ausübung ihrer Rechte beschneiden wollen, befindet sich beschämenderweise eine Bundestagskandidatin der SPD. Die örtlichen Polizeikräfte, so der Artikel weiter, ergriffen keine Initiative, um den Veranstaltern den Zugang zum Veranstaltungsort zu ermöglichen. Dies ist nicht nur befremdlich, sondern muss Demokraten alarmieren, denn solche Situationen sind aus der deutschen Geschichte nur allzu bekannt. Sei es in den frühen 30er Jahren oder in den 50er Jahren in der SBZ: fanatisierte Ideologen zwangen anderen Menschen rechtswidrig ihren Willen auf und die Polizei, deren Aufgabe die Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung wäre, schaute tatenlos zu. Ein einmaliges Versagen der örtlichen Polizeiführung oder die beklemmende Aussicht auf kommende Zeiten?