Ausstellung über den Weihnachtsfestkreis im Freisinger Diözesanmuseum : Ein Unterschied im alten und neuen Kalender

Michael Karger berichtet von einer interessanten Ausstellung über den Weihnachtsfestkreis im Freisinger Diözesanmuseum („Wenn der ganze Körper von Licht erfüllt ist“, erschienen in „Die Tagespost“ vom 13. Dezember). Wiederholt behauptet er, der Weihnachtsfestkreis ende nicht mit Maria Lichtmess (2.2.). Das ist insofern unrichtig, als im liturgischen Kalender vor der Liturgiereform das sehr wohl der Fall war. Die „Zeit im Jahreskreis“ nach der Taufe des Herrn gibt's ja erst seit dem reformierten Kalender!

Man würde dies leicht übergehen, wäre der Artikel nicht auch sonst in einem für die Tagespost sehr untypischen, kritikasterhaften Ton geschrieben. Da wird einerseits eine Herleitung des Barbarazweig-Brauchs aus der christlichen Barbaralegende als „nachträgliche Ergänzung“ gebrandmarkt, andererseits aber jegliche Herleitung der Bräuche der „rauen Nächte“ (auch) aus Ängsten vor bösen Geistern, Hexen und ähnlichem (die durchaus real und volkskundlich klar nachweisbar sind) im Brustton der Empörung zugunsten eines ausschließlichen Verweises auf die christliche Heilserwartung zurückgewiesen. Ich finde diese Art in dem Artikel, überall Fehler und Mängel finden zu wollen, schade, schätze ich doch sonst an den Artikeln der „Tagespost“ am meisten den differenzierten und weitgehend unpolemischen Ton.