Auseinandersetzung um die vorgeburtliche Selektion: Wer denkt an die vielen Paare, die leiden?

Zum Artikel „PID: Schicksalsfrage der Humanität (erschienen in „Die Tagespost“ vom 9. Oktober): Selten habe ich einen so einseitigen Artikel gelesen. Präimplantationsdiagnostik (PID) ist ein wichtiges Thema, dem es gebührt, von verschiedenen Seiten betrachtet zu werden anstatt es einem strengen Dogma zu unterwerfen.

Einen ganzen Artikel nur mit Argumenten gegen die PID zu schreiben, stellt die katholische Kirche nur noch deutlich als eine Institution dar, die sich nicht die Mühe macht, sich mit anders Denkenden auseinander zu setzen. Reflexion und Differenzierung scheint es nicht zu geben.

Dass eine Früherkennung von genetisch bedingten Stoffwechselerkrankungen die Überlebenschancen von Kindern enorm steigern kann, wird gar nicht erst in Erwägung gezogen.

Das Leiden vieler Paare, die auf natürlichem Wege keine Kinder bekommen können und einer erneuten Fehlgeburt nicht gewachsen wären, wird lediglich in einem lieblosen Nebensatz erwähnt. Ich würde mir in der Debatte mehr Sachlichkeit statt Dogmatismus wünschen.