Auf die Herausforderung der Gender-Debatte antworten – Es kommt auf jeden Einzelnen an : Nicht verunsichern lassen und gute Arbeit machen

Ich lese immer wieder mit Interesse die Leserbriefe. Es fällt mir auf, mit wie viel Angst die derzeitige Genderdebatte begleitet wird. Und ich frage mich, wo bleibt unsere christliche Gelassenheit? Don Bosco formulierte diese Haltung so: Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen.

Warum lassen wir uns so verunsichern? Ein Blick auf Maria hilft. Wenn ich in einer Kirche vor einer jener wunderbaren Barockstatuen sitze und diese Frau betrachte, deren Haltung königlich ist. Ihr Blick verrät, dass sie vieles ahnt, dass sie offen ist und sich einlässt. Sie ist meist in Bewegung, mitten in einer Drehung, fröhlich dem Kind auf dem Arm zugewandt, bereit, den Weg zu gehen, der ihr von Gott bereitet wurde.

Dieses Bild, das ein zutiefst geheimnisvolles und in der Tiefe unserer Herzen nie ergründbares Geheimnis darstellt, kann uns im Umgang mit unseren Kindern Selbstvertrauen und Stärke geben. Unsere Kraft liegt in der Zuwendung zu unserem Kind, dem von uns geliebten. Alle Eltern wissen – meist schon vor der Geburt – es wird ein Junge oder es wird ein Mädchen. Moderne Forschung bestätigt, dass dieses Wissen in unsere Haltungen einfließt und die Interaktionen zwischen Mutter und Kind entsprechend beeinflusst. Es ist eben kein Neutrum, das eine Mutter in den Armen hält. Und entsprechend verhält sich die Mutter auch.

Vertrauen wir auf die Liebe der Mütter und auf den klaren Verstand vieler Lehrer und Erzieher. Als Förderschullehrerin an einer Schule mit dem Schwerpunkt Lernen habe ich es täglich mit lernschwachen Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern zu tun, die teilweise in großer Lieblosigkeit leben müssen. Die soziale Verwahrlosung stellt in der Tat ein Problem dar, aber ich weiß, dass die meisten meiner Kollegen und Kolleginnen großartige Arbeit tun und diesen Kindern eine Heimat schenken, wo sonst nur Lehrpläne und Regularien zu finden sind.

Es kommt auf jeden einzelnen von uns an. Mutter Theresa sagte einmal, verließe sie sich auf die Gesellschaft, so sei sie in der Tat verlassen. Das Individuum müsse tätig werden. Natürlich gibt es Schwierigkeiten, natürlich werden wir mit unserer konservativen Haltung nicht immer mit offenen Armen empfangen, aber darum geht es doch nicht, dass alle uns „abnicken“ und gut finden. Das war uns nie verheißen.

Es gibt immer Wege, glaubensferne Strömungen zu umgehen, unserem Herzen zu folgen und dort zu säen, wo der Boden fruchtbar ist. Und die Spatzen, die lassen wir pfeifen.