Attentat gegen Hitler: Die Helden des 20. Juli sind Vorbilder: Mut zum Widerstand, ein Beispiel für alle

Zum Artikel von Benedikt Vallendar „Nur ein gemeinsames Ziel“ (DT vom 20. Juli): Der Autor sieht das Attentat bereits dadurch als zum Scheitern verurteilt, weil die Akteure nur die Vernichtung Hitlers vor Augen gehabt hätten, ohne das Hinterher zu bedenken, und weil es sich letztlich nur um Freizeitgesellschaften und Diskussionszirkel gehandelt hätte. Mit dieser Bewertung hat es sich der Autor nicht nur zu leicht gemacht, sie ist auch falsch.

Der Widerstand, gerade der militärische, hatte nicht nur die Beseitigung Hitlers zum Ziel, sondern des gesamten Führungszirkels. Zudem ist zu bedenken, dass es keine verfassungsgebende oder gesetzgebende Versammlung gab, die sich in Ruhe hätte treffen können. Vielmehr, so hat es auch von Kleist geschildert, traf man sich neben Beruf und militärischem Einsatz nach einem langen Tag und in bewusst kleinen Zirkeln, um die Gefahr des Aufdeckens der Aktivitäten klein zu halten. Dass aus diesen Gesprächszirkeln eine Vielzahl von Ansätzen für eine politische Lösung danach entstand, kann man auch positiv sehen, nämlich als Ausdruck der Gedankenfreiheit, des Muts zu Lösungen und Alternativen.

Das Attentat „koste es, was es wolle“, dieser Spruch sollte nicht Ausdruck für eine Verzweiflungstat sein, sondern der Welt vor Augen führen, dass es auch andere Deutsche gab mit dem Mut zum Widerstand, auch wenn es das eigene Leben kosten würde. Und es sollte zumindest ein Versuch sein, weiteres Blutvergießen zu verhindern.

„Es ist nicht immer leicht“, guten journalistischen Stil in einem Artikel durchzuhalten. Zu diesem Stil gehört, dass ein Autor eine stringente Linie in seinem Artikel einhält beziehungsweise herausarbeitet. Dieser Artikel lässt das stellenweise vermissen. Anekdoten wie die der feinen Damen der Münchner Gesellschaft gehörten jedenfalls nicht dazu und sind auch wenig überzeugend, um zu erklären, dass sich Hitlers Macht ja wohl nicht auf guten Tischmanieren begründete.