Architektur als steingewordene Botschaft und der „Fall Limburg“ : Ein festes Glaubensgerüst errichten

Wieder einmal schlägt mein Herz höher hier im „Pfaffenwinkel“ genannten, dem vielleicht schönsten Teil Bayerns zwischen Lech, Ammer und Loisach, Ammersee und südlichem Starnberger See: Bayerns Herzstück? Sicher! Zahlreiche Wallfahrtskirchen und Klöster, am berühmtesten wohl die „Kirche zum gegeißelten Heiland“ mitten auf der Wiese, die „Wieskirche“, deren Dachverlauf den Kamm des Hintergrundgebirges wiedergibt. Jedes Mal, wenn ich sie betreten darf, läuft mir ein Schauer über den Rücken: Gänsehaut pur! Überwältigend ihre Schönheit, reinstes Rokoko, längst UNESCO-Weltkulturerbe.

Gleichzeitig mit mir betreten zwei Reisegruppen aus Ostasien die Wallfahrtskirche; offensichtlich Chinesen und Japaner. Ihr fröhliches „Geschnatter“ draußen beim Photographieren ist schlagartig hier drinnen einer tiefen Ergriffenheit und Ruhe gewichen. Der Anblick überwältigt sie wie mich: Pure Schönheit, innig, ein Paradies. Ob sie jetzt wohl vom „Wunder des gegeißelten Heilands“ erfahren, der für das nahe Kloster Steingaden Anfang des 18. Jahrhunderts geschaffenen Statue, „die den Patres erschreckend realistisch geraten zu sein und nicht für die Karfreitagsprozession geeignet schien“? Sie landete schließlich bei den Wieshofbauern, die sie innig verehrten. Beim Abendgebet am 14. Juni 1738 sollen aus den Augen des Heilandes, dieser Christusstatue, Tränen geflossen sein.

Dieses „Wunder“ verbreitete sich in Windeseile; Scharen von Wallfahrern kamen zur „kleinen Kapelle auf der Wiese“. Da entschied sich der Abt des Klosters Steingaden zu einem prächtigen Neubau anstelle der kleinen Kapelle: Die „Wies“ entstand; den Gebrüdern Zimmermann gelang ein Kleinod barocker Baukunst. Ein unaufhörlicher Besucherstrom aus aller Welt trägt heute dem Land Bayern Millionen Euro ein über „Wies“ und „Neuschwanstein“, „Ettal“ und „Hohenschwangau“. Erfahren die Besucher und auch wir dabei, dass zum Beispiel der damalige Bauherr der „Wies“ wegen Überschuldung den Hut nehmen musste?! Zürnt ihm heute noch irgendwer, oder sind nicht alle ihm seines grandiosen Werkes wegen dankbar?

Wie aber sieht es heute und morgen bei uns aus? Erfahren in 50 Jahren die Besucherströme aus aller Welt auf der herrlichen – erhaben über der Lahn gelegenen – Domplatte von Limburg mit der einmal schönen – als „Wiege der deutschen Gotik“ bezeichneten – Kathedrale, UNESCO-Weltkulturerbe, und dem sie wunderbar ergänzenden Bischofs-Palais, innen wie außen kongeniale Ergänzung zum Gotteshaus, auch deren innersten Geist der Verherrlichung des Erlösers? Erfahren die Besucher das, was vom Erbauer intendiert war in die gesamte Baulichkeit, eine ursprüngliche und tief greifende Erneuerung des Glaubens an Christus, den Herrn, zur Verherrlichung des Vaters?

Hören wir endlich besonders in Deutschland mit dem elenden zänkischen und neidischen Geschimpfe auf: Das „Wort“ ist Fleisch geworden, damit unser Fleisch Wort werde, durchdrungen vom Geist des Herrn, vom Heiligen Geist! Wenn das von der Limburger Domplatte etwa auch in der Verbindung zur vollkommensten gotischen Kathedrale, dem Kölner Dom, ausginge als „Geist der Gotik“, dem nachhaltigen Emporstreben zu Gott, würde ich mir viel weniger Sorgen um das Wohl meiner Kinder und Enkel in einem gottlosen Deutschland machen! Geben wir Franz Peter Tebartz-van Elst eine zweite Chance und helfen wir in Demut mit, ein festes Glaubensgerüst auf Christus hin – für unsere Enkel und Urenkel – in Deutschland aufzubauen. Nichts ist nötiger als eine auf Christus und sein Liebesgebot begründete Wertordnung. Wann fangen wir endlich an?