50 Jahre Liturgiereform: Ist eine Reform der Liturgie möglich?

50 Jahre Liturgiereform

Zu „Liturgie als Baustelle?“ (DT vom 28. März): Nach dem derzeitigen Zerfall der Liturgie wird die Frage sein müssen, ob eine Reform möglich ist und wo sie ansetzen müsste. Dafür muss der Zusammenhang Gebetspraxis und Glaubenspraxis neben anderen Punkten beleuchtet werden. Ein gewaltiger Zusammenbruch des Glaubens an das Altarssakrament, an das Weihepriestertum, Versiegen der geistlichen Berufungen und Indifferentismus, was die Wahrheit des katholischen Glaubens überhaupt angeht, haben nicht zuletzt auch in der Liturgie ihre Ursache.

In der Diskussion der „Tagespost“ vom 28. März wurde die bis jetzt nicht erfolgte Edition des neuen Messbuches erwähnt,

die das nach der biblischen Überlieferung richtig übersetzte und auch der lateinischen Tradition entsprechende „für viele“ anstelle des „für alle“ enthalten würde. Diese Verzögerung ist konsequent. Denn die Mehrheit der deutschen Bischöfe, das zeigen die jüngsten Anordnungen in

ihren Diözesen, hat kein Problem mit dem Kommunionempfang von Protestanten, ohne dass diese umkehren und den katholischen Glauben annehmen würden. Wenn unbedarfte Menschen zur Ansicht kommen, man könne jeden Glauben annehmen und praktizieren, der einem gerade in den Kram passt, dann ist das nicht verwunderlich.

Nach jenem falsch übersetzten „für alle“ könnte man ja meinen, es würden „alle“ Menschen gerettet, egal was sie glauben oder wie sie leben. Wer getraut sich denn heute noch zu sagen, dass es falsche Religionen gibt und dass die Zuwendung oder das Festhalten an einer solchen ein hohes Risiko zur ewigen Verwerfung mit sich bringt. Wenn „alle“ gerettet werden, dann spielt es keine Rolle, was man glaubt.

P. Bernhard Kaufmann,

A-6850 Dornbirn

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