100 Jahre Fatima – eine Botschaft

Wenn ich Kommilitonen an der Uni frage, ob sie schon einmal vom Sonnenwunder im Jahr 1917 gehört haben, sehe ich fragende Gesichter. Auf die Frage, was sie über die Muttergottes wissen, können nur die Wenigsten eine sichere Aussage treffen. „War das nicht die Mutter von Jesus?“ – Ja, genau. Und was noch? „Ich studiere keine Theologie, ich muss das nicht wissen.“ – Themawechsel.

Wie ich deutlich feststellen konnte, regt das Thema der Mutter Jesu generell in unserer Gesellschaft wenig Interesse und Neugier an. Die ehrlichste Antwort auf meine Frage lautete wie folgt: „Alles, was mit dem christlichen Glauben zu tun hat, vermeide ich, denn der Glaube an ein übernatürliches Wesen setzt Schranken […] Ich bin jung und möchte mein Leben erst mal so frei wie möglich genießen. Außerdem mag ich es nicht, wenn mir jemand etwas vorschreibt.“

Die Wenigsten wissen also, was vor genau 100 Jahren in dem damals völlig unbekannten Ort Fatima in Portugal geschah. Unsere himmlische Mutter erschien den drei Hirtenkindern Lucia, Francisco und Jacinta, um eine unglaublich wichtige Botschaft zu hinterlassen: die Offenbarung des Unbefleckten Herzens Mariens für die Rettung der Welt. Wie ist diese Botschaft zu verstehen? Ist sie denn heute nicht schon veraltet?

Der Kern ihrer Botschaft ist die Rückkehr der Seelen zum Glauben. Die Erscheinung der Muttergottes und ihr Sonnenwunder in Fatima sind weltweit bekannt geworden, denn jährlich besuchen fünf Millionen Pilger die kleine Stadt. Es ist unsere Pflicht, die Geschichte von den drei Hirtenkindern und alles, was daraus folgte, unter den Jugendlichen in Deutschland bekannt zu machen, da ihre Versöhnungsbotschaft immer noch hochaktuell ist.

Es geht nicht darum, ob ich Maria als Hilfsmittel „brauche“, um in den Himmel zu kommen. Es geht darum, ob ich Jesus wirklich in mein Herz geschlossen habe, ob ich die Person, die Er vermutlich am meisten auf Erden geliebt hat, auch verehre.

Um Maria besser kennen und lieben zu lernen, müssen wir uns mit ihr beschäftigen, denn nach dem heiligen Thomas von Aquin kann man nur lieben, was man kennt. Maria verlangt nicht viel von uns und es ist unbedeutend, wo wir uns gerade im Leben befinden. Ein jeder von uns besitzt andere Stärken und Fähigkeiten, mit welchen er die Botschaft unserer Mutter in seinem Alltag leben und verbreiten kann.

Was die Immaculata von uns fordert, ist sehr wenig im Vergleich zu dem, was sie uns dafür verspricht: das ewige Heil!

So lasst uns unseren persönlichen Weg finden, um aus Liebe zu Maria ihr unbeflecktes Herz, das ständig durch Lästerungen durchbohrt wird, zu trösten und zu verherrlichen.

Die Autorin, 22, ist diplomierte mittelalterliche Buchmalerin und studiert Französisch und europäische Kunstgeschichte