Ethisch durch die Krise

Wilhelm-Löhe-Hochschule hat Corona-Kompass aus christlich-freiheitlicher Sicht veröffentlicht

Fürth (DT/sesa) Die Krise verlangt Entscheidungen. Nach welchen Kriterien müssen aber diese Entscheidungen erfolgen? Hier will die Wilhelm-Löhe-Hochschule aus Fürth mit ihrer neuesten Veröffentlichung Orientierung aus einer christlich-freiheitlichen Perspektive geben.

Der katholische Sozialethiker Elmar Nass, der an der Hochschule Wirtschaftsethik lehrt, will in seinem Positionspapier aufzeigen, welche Probleme sich aktuell aus sozialethischer Perspektive stellen und wo er Lösungsansätze sieht. „Wir sehen in der Diskussion zahlreiche Bewertungen, die sich etwa aus einer ökonomischen, kantischen, utilitaristischen, sozialistischen, diskursethischen oder anderen Wertebasis speisen“, schreibt Nass in seiner Einleitung. „Dies ist in einer pluralistischen Demokratie legitim. Solche Positionierungen sind nicht neutral und damit gesamtgesellschaftlich konsensfähig. Sie alle fußen auf postulierten weltanschaulichen Axiomen. Deshalb gebietet es die wissenschaftliche Redlichkeit, auch solchen ethischen Positionen eine Stimme zu geben, die nicht wie selbstverständlich säkularer Natur sind. Eine christlich-sozialethische Positionierung darf deshalb einfordern, auf Augenhöhe gehört zu werden, auch wenn nicht alle Menschen deren Postulate teilen. Sie versteht sich als ein einladendes Diskussionsangebot neben anderen.“ Die Entscheidungen in den wichtigen sozialethischen Dilemmata der Corona-Krise sollten nicht einfach den vermeintlichen Experten oder Politikern überlassen werden, hebt Nass hervor. „Unsere gemeinsame mündige Urteilsbildung ist in einer lebendigen demokratischen Streitkultur gefragt und notwendig“ Die Schrift kann über die Hochschule bezogen werden (www.wlh-fuerth.de).

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