Hier bloggen vom 10. bis 22. August Mitglieder des Projektes "junge Federn" der "Tagespost" entweder direkt vor Ort aus Spanien oder als Daheimgebliebene aus Deutschland über den Weltjugendtag 2011 in Madrid. Mitglieder des Projektes sind (in alphabetischer Reihenfolge): Christian Beirowski (Regensburg), Benedikt Bögle (Ettal), Matthias Bürgel (Köln), Rudolf Gherig (Würzburg), Joseph Kauer (Erfurt), Veronika Lange (Magdeburg), Eva Leifeld, Sebastian Pilz (Fulda), Franziska Pröll (Freiburg), Peter Rinderer SDB (Österreich), Reinhild Rössler (Köln), Miriam Schilling (Trier), Theresa Wagener (München), Katharina Wolf, Luise Thiede (Berlin) und Andreas Titze (Görlitz).






18.08.2011 11:54

Als Pilger auf dem heiligen Berg der Katalanen

Von Benedikt Bögle und Joseph von Ketteler, Montserrat
Zum Internationalen Benediktinischen Jugendkongress haben sich am vergangenen Wochenende Schüler und Betreuer von benediktinischen Schulen aus aller Welt im Kloster Montserrat bei Barcelona getroffen: Aus Australien, aus Kanada, von den Philippinen, aus Korea, von Deutschland und Österreich, aber auch aus Chile, Guatemala und Brasilien kamen die Teilnehmer. Dementsprechend bunt gestalteten sich die Tage der Begegnung.

Während eines kulturellen Abends kam die Vielfalt der Teilnehmer deutlich zum Ausdruck: Ob australischer, chilenischer und koreanischer Tanz, eine kanadische Interpretation des Magnificat oder unsere eigene Darbietung des „Fliegerlieds“ – jede Nation hatte etwas Anderes, Eigenes zu bieten.
Die deutschen Schüler hatten das Privileg einer kurzen Anreise genossen, während zum Beispiel die Australier ganze zwei Tage unterwegs gewesen waren.
Auf dem heiligen Berg Kataloniens folgten die Schüler dem benediktinischen Grundsatz „ora et labora“: Bete und arbeite.
Die Arbeit bedeutete für uns, Vorträge zu hören und sich auf das weltweite Treffen der Jugendlichen, aber auch auf das, was im alltäglichen Leben wichtig ist, vorzubereiten. So wurde uns etwa bewusst gemacht, wie bedeutend die Pilgerschaft im Leben des Christen ist: Es bedeutet, sich aufzumachen, zu beten und sein Leben zu ändern. Dafür bietet vor allem der Weltjugendtag eine große Chance. Auch über aktuelle Themen, die die Jugend betreffen, wurde diskutiert. Ein Vortrag befasste sich mit modernen Medien, wie Facebook, Twitter und anderen. Wie können sie den Schülern und der Arbeit der Kirche nutzen? Wo liegen gerade in den sozialen Netzwerken Gefährdungen?
Ein weiterer Workshop zum Thema „labora“ behandelte die Frage, wie ein Gruppenleiter nach benediktinischem Vorbild sein kann. Die Antwort fiel differenziert aus: zum einen, wenn er voller Liebe zu Gott und seinem Mitmenschen handelt und kümmert sich um die Gruppe und die Qualitäten der Mitglieder. Zum anderen, wenn er vor allem als Organisator wirkt, der bestimmte Menschen so um sich schart, dass alle die Arbeit ausüben, die ihnen am meisten liegt. So lässt er aus dem Zusammenspiel der einzelnen Führungspersonen eine ideale Mischung entstehen. In kleinen Gruppen konnten sich die Pilger über den Weltjugendtag, über ihre Schulen oder auch die in den Vorträgen angesprochenen Themen unterhalten.
Der ebenso wichtige Programmteil „ora“ kam in der täglichen gemeinsamen Messfeier zum Tragen. Besonders eindrucksvoll war eine nächtliche Vigil in der Abteikirche von Montserrat, die wiederum besonders das Motiv der Pilgerschaft, des Sich-Änderns und des Unterwegsseins zu Gott aufgreift. Unterwegs ist, wer sich bewusst macht, wie er sein will, welche schlechten Eigenschaften er schnellstmöglich aufgeben will. So überlegten die Weltjugendtagsteilnehmer, mit welchem Heiligen sie sich am besten identifizieren könnten.
Neue Erfahrungen machten die jungen Pilger mit der „lectio divina“, der geistlichen Lesung. Sie lasen intensiv in der Bibel und dachten darüber nach, was Gott ihnen mit ihrer Lektüre sagen will und was diese für ihr Leben bedeutet. Erleben, dass benediktinische Schulen überall auf der Welt zu finden sind und dass sie alle, trotz kleiner Unterschiede, den Geist Benedikts verkörpern, gehörte zu den beeindruckendsten Erfahrungen der „Tage der Begegnung“ auf dem heiligen Berg, in dessen Abteikirche eine schwarze Madonna verehrt wird. In kurzer Zeit sind viele Freundschaften entstanden. Die Hoffnung, dass sie über die Tage auf dem Montserrat hinaus halten werden, begleitet die Teilnehmer durch den Weltjugendtag.

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