Haushaltssperre im Bistum Mainz

Mainz (DT) Der Generalvikar des Erzbistums Mainz, Udo Markus Bentz, hat vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise am vergangenen Dienstag eine Haushaltssperre für sein Bistum angeordnet. Sie soll ab dem 20. April gelten. Das bedeutet, dass alle bereits in den Haushalten bewilligten Ausgaben sowie Stellenausschreibungen zunächst ausgesetzt sind und jeweils der Zustimmung des Generalvikars bedürfen. Die Auswirkungen auf die Finanzlage des Bistums und der Kirchengemeinden seien zwar zum jetzigen Zeitpunkte noch nicht vollumfänglich absehbar, aber in mehreren Bereichen zeichneten sich bereits zum Teil erhebliche Belastungen ab, so der Finanzdirektor des Bistums, Christof Molitor. Es sei von einem massiven Rückgang des Kirchensteueraufkommens auszugehen, weiterhin sei mit Einnahmeverlusten infolge der Schließungen von Bildungs- und Tagungshäusern zu rechnen. Elternbeiträge für die Betreuung in Kitas und Schulen fielen aus, Zahlungsausfälle seien auch bei der Erwachsenen- und Familienbildung zu verzeichnen. Dazu entstünden zusätzliche Kosten für den kurzfristigen Ausbau der digitalen Infrastruktur, um Video-Konferenzen zu ermöglichen. Und schließlich würden auch Kollekten und Mieteinnahmen in den Pfarr- und Gemeinderäumen wegfallen.

„Sollte sich die Lage ab Mai normalisieren und es schnell wieder zu einer wirtschaftlichen Erholung kommen, rechnen wir bei einem geplanten Haushaltsvolumen von 357 Millionen Euro in 2020 und einem geplanten Jahresfehlbetrag von 32 Millionen Euro mit zusätzlichen Belastungen von 50 bis 60 Millionen Euro“, so Molitor. Er geht hier von Schätzungen aus, nach denen bei einer Kontaktsperre von einem Monat mit einem Rückgang des Bruttoinlandprodukts von rund sechs Prozent zu rechnen sei. „Schließt sich eine Rezession über mehrere Monate oder gar Jahre an, wird auch die Haushaltssperre länger aufrechterhalten werden müssen“, so Molitor.